Humus Substanzen.
1221
die nicht krystallinisclieu, glatten, gelblichweissen Gallensteine von seifenaitigemGlänze, welche beim Menschen am häufigsten vorkommen, bestehen im Wesent-lichen aus Cholesterin. In einzelnen Gallensteinen lassen sich auch abwechselndeSchichten von Cholesterin und Gallenpigmenten beobachten. Gallenconcretionen,die nur aus Gallenpigmenten, hauptsächlich aus Bilirubinkalk, bestehen, kommenbeim Menschen nur selten vor, während die Eindsgallensteine meist diese Be-schaffenheit haben. Letztere bilden dunkelrotlibraune oder dunkelgrüne, zu-weilen metallisch glänzende, leicht zerreibliche Massen.
Die Anwesenheit der Gallenpigmente lässt sich in den Gallensteinen leichtnachweisen, indem man sie zerreibt, das Pulver mit Natriumcarbonatlösungoder verdünnter Natronlauge auskocht und mit letzterer Lösung dann dieG m e 1 i n' sehe Gallenreaction (vergl. oben) ausführt.
U. Humussubstanzen.
Als Humus- oder Huminsubstanzen bezeichnet man einestlieils die bei derFäulniss und Verwesung vieler organischer Substanzen, besonders abgestorbenerPflanzen, entstehenden braunen oder schwarzen, wenig charakterisirten Producte,die gemengt mit verwitterten oder angeschwemmten Gesteinsarten die pflan-zentragende Schicht, die Humusschicht, der Erdoberfläche bilden, anderentheilsauch alle braunen oder schwarzen, unkrystallisirbaren und chemisch nicht wei-ter zu definirenden Producte, welche bei den verschiedenartigsten chemischenBeactionen, wie z. B. bei der Einwirkung von Säuren oder Aetzalkalien aufKohlehydrate, Eiweissstoffe etc., entstehen. Die Humussubstanzen finden sichin grosser Menge in der Ackererde, im Torfe, in der Braunkohle, im Dünger,im faulen Holze und anderen vermoderten Pflanzentheilen, in vielen Quellwässernund deren ockerartigen Absetzen etc. Da die Humussubstanzen meist denCharakter schwacher Säuren tragen, so können sie den erwähnten Substanzendurch verdünnte Aetzalkalilösung entzogen und zum Theil aus den hierbeiresultirenden braunschwarzen Lösungen durch Zusatz von Säuren wieder abge-schieden werden. Je nach dem Materiale, aus welchem die Humussubstanzenentstanden sind, zerfallen sie in stickstofffreie und in stickstoffhaltige. Vonbeiden Körperklassen sind jedoch die Zusammensetzungen und die Eigenschaftennur in vereinzelten Fällen etwas näher festgestellt. Gewöhnlich genügen reinäusserliche Merkmale, wie Farbe, Löslichkeit, Unkrystallisirbarkeit und Mangel
das Cholesterin in dem Verdunstungsrückstande nicht direct durch das Mikroskop erkennen,so kocht man ihn zur Verseifung des beigemengten Fettes auf dem Wasserbade einigeZeit mit alkoholischer Kalilauge, verdunstet hierauf die Lösung, löst die gebildete Seifein Wasser und schüttelt die Lösung abermals mit Aether aus. Den Verdunstungsrück-stand der ätherischen Lösung löst man alsdann in siedendem Alkohol und überlässt dasgenügend concentrirte Filtrat der freiwilligen Verdunstung.
Mit dem Cholesterin zeigen eine gewisse Aehnlichkeit das Ambrain der Ambra,eines aus dem Darmcanale der Pottwale stammenden Productes; das Castorin desCastoreums (Biebergeils) und das Excretin: C 10 H 36 O, der menschlichen Fäces,