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Gallensteine.
Bilihumin bildet das Endproduct der Oxydation aller 'Gallenfarbstoffe,in alkalischer Lösung, an der Luft. In den Gallensteinen findet es sich alseine schwarzbraune, pulverförmige Masse.
Mit den Gallenfarbstoffen sind zum Theil auch die Farbstoffe der Vogel-eierschalen identisch.
Der Nachweis der Gallenfarbstoffe im Harne pflegt gewöhnlichmittelst der Gmelin'sehen Gallenreaction geführt zu werden. Zu diesemZwecke filtrire man den Harn durch dickes Filtrirpapier, entfalte das feuchteFilter auf einer Glasplatte und betupfe es dann mit rauchender Salpetersäure.An den betupften Stellen bildet sich bei Gegenwart von Gallenfarbstoff hier-durch ein Farbenring, der von innen nach aussen gelbroth, violett, blau undgriin erscheint. Versetzt man ferner den zu prüfenden Harn mit einem Tropfeneiner Lösung von Kaliumnitrit und etwas verdünnter Schwefelsäure, so nimmter, selbst bei Gegenwart von Spuren von Gallenfarbstoff, eine grüne Färbungan. Auch durch Schichtung einiger Cubikcentimeter schwach gelber Salpeter-säure mit der gleichen Menge des zu untersuchenden Harns, lässt sich durchdas Auftreten einer blaugrünen Zone das Vorhandensein von Gallenfarbstoffdarthun.
Um kleine Mengen von Gallenfarbstoff, besonders in sehr dunkel gefärbtenoder in indicanhaltigen Harnen nachzuweisen, mache mau dieselben mit Na-triumearbonat oder Natronlauge alkalisch und setze so lange Chlorbaryumlösungzu, als hierdurch noch ein gefärbter Niederschlag entsteht. Icterisclier Harnliefert hierbei einen gelben, normaler Harn einen weissen Niederschlag. Kochtman den abfiltrirten Niederschlag mit Alkohol, dem einige Tropfen verdünnterSchwefelsäure zugesetzt sind, oder mit Natriumcarbonatlösung, so entfärbt sichder Niederschlag und es resultirt eine grün gefärbte Lösung. Auch beim Be-tupfen des Barytniederschlags mit rauchender Salpetersäure treten die charak-terischen Farbenreaetionen (s. oben) auf.
Gallensteine. Unter Gallensteinen versteht man Concretionen, welchesich aus der Galle in der Gallenblase oder im Darmcanale abscheiden. Siebestehen aus einem Gemische von Cholesterin mit Gallenfarbstoffen (zum Theilan Calcium und Magnesium gebunden), Fett, Schleim, Erdphosphaten und
Carbonaten etc. Die Farbe, Beschaffen-heit, Form und Grösse der menschlichenGallensteine ist eine sehr verschiedene.Die krystallinisclien bestehen fast nuraus Cholesterin*); sie sind leicht zupulvern, sind nur wenig gefärbt, glänzenauf der Schnittfläche und haben- einenfaserigen, krystallinisclien Bruch. Kocht,'man sie im zerriebenen Zustande mitAlkohol aus, so scheidet sich beim Er-kalten der heiss filtrirten Lösung dasCholesterin in charakterischen Formen(s. Fig. 93) ab. Zui* weiteren Charak-terisirung des Cholesterins dient seinSchmelzpunkt (145° C.) und sein Verhalten gegen concentrirte Schwefelsäure(s. S. 489), welches auch unter dem Mikroskope beobachtet werden kann. Auch
*) Um das Cholesterin im Harne nachzuweisen, in welchem es sich bei Chy-lurie neben Fett findet, schüttelt man denselben direet oder nach vorhergegangenemEindampfen mit alkoholfreiem Aether aus und lässt den Auszug verdunsten. Lässt sich
Fig. 93.