Aether der Salpetersäure.
oxydulsalzlösung verhält sich das Amylnitrit wie der Spiritus aetherisnitrosi (s. oben).
Wegen der leichten Zersetzbarkeit werde das Amylnitrit in kleinen,mit Glasstopfen sorgfältig verschlossenen Flaschen vor Licht geschütztan einem kühlen Orte aufbewahrt.
Das Amylnitrit findet als Anaestheticum arzneiliche Anwendung.
Prüfung. Die Reinheit des Präparates ergiebt sicli durch die neutraleoder doch nur sehr schwach saure Reaction, die vollkommene Flüchtigkeit,den Siedepunkt: 94 bis 95° und das specif. Gewicht: 0,902 bis 0,9026 bei 15°C.
Die vou den zweiatomigen Alkoholen sich ableitenden Salpetrigsäureäther,welche durch directe Vereinigung der Kohlenwasserstoffe der Aethylenreihemit Untersalpetersäure: NO 2 , entstehen, sind, soweit sie bis jetzt bekannt sind,feste, krystallisirbare Körper (vergl. S. 92).
Die Aether der Salpetersäure: C u H 2u + 1 .0.N0 2 , werden gebildetbei der Einwirkung coneentrirter Salpetersäure auf die einatomigenAlkohole. Um jedoch die Bildung von Alkoholoxydationsproducten undvon Aether der salpetrigen Säure zu vermeiden (vergl. S. 452), ist er-forderlich , dass entweder die Einwirkung der Salpetersäure bei einerunter 0° liegenden Temperatur stattfindet, oder dass etwa gebildetesalpetrige Säure durch einen Zusatz von Harnstoff zerstört wird:
CO(N H 2 ) 2 -f- 2 HNO 2 = CO 2 4" 4N + 3H 2 0Harnstoff Salpetrige Kohlen- Stickstoff WasserSäure säureanhydrid
Beim Erhitzen auf höhere Temperatur zersetzen sich die Salpeter-säureäther meist unter heftiger Explosion.
Der Salpetersäure-Methyläther: CH 3 .O.N0 2 , ist eine farblosein Wasser schwer lösliche Flüssigkeit, welche bei 66° C. siedet und bei 20 0 Cein specif. Gewicht von 1,186 besitzt. Beim Erhitzen der Dämpfe auf 150° Cfindet heftige Explosion statt.
Der Sa 1petersäure-AetIiy 15ther: C 2 H 5 .0.N0 2 , bereitet durchDestillation von etwa 100 g eines Gemisches von 1 Vol. Salpetersäure vomspecif. Gewichte Ij4, 2 Vol. Aetliylalkohol und 1 bis 2 g Harnstoff, bildet einefarblose, angenehm riechende, in Wasser fast unlösliche, mit weisser Flammebrennende Flüssigkeit, welche bei 86° O. siedet und bei 15° C. ein specif. Gewichtvon 1,112 besitzt. Bei Darstellung grösserer Mengen dieses Aethers, ebensobeim plötzlichen starken Erhitzen desselben findet häufig heftige Explosionstatt. Bei der Behandlung mit nascirendem Wasserstoff (Zink und Salzsäure)liefert er Hydroxylamin.
Der Salp et er s äu r e -1 s oamy läther: C'H 11 '. O.SO®, siedet bei 148° C.Derselbe besitzt einen wanzenähnlichen Geruch.
Die von den zweiatomigen Alkoholen sich ableitenden Salpetersäureäther:C n H 2n (O . N O 2 ) 2 , entstehen als explosive Flüssigkeiten bei der Einwirkung derAlkylenjodide auf salpetersaures Silber.