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2 (1882) Organische Chemie
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235
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Trennung der einbasischen organischen Säuren. 235

4. Ein werthvolles Material zur Darstellung zahlreicher Glieder dereinbasischen Säuren C n H 2n 0 2 bilden die im Pflanzen- und Thierreichenatürlich vorkommenden zusammengesetzten Aetlier derselben. Werdenletztere mit wässeriger oder alkoholischer Kalilauge erwärmt, so werdendieselben derartig zerlegt, dass sich neben dem betreffenden Alkohol dasKaliumsalz der mit diesem verbundenen einbasischen Säure bildet (vergl.dort), z. B.:

C 3 H 5 (O . C 18 H 36 O) 3 -f- 3KOH = 3C 18 H 35 K0 2 + C 3 H 5 (OH) 3Stearinsäure- Kalium- Stearinsaures Glycerin

Glycerinäther hydroxyd Kalium

Aus den auf diese Weise erhaltenen Kaliumsalzen kann alsdanndie betreffende Säure leicht durch Salzsäure oder eine andere Mineral-säure im freien Zustande abgeschieden werden, z. B.:

C 18 H 35 K0 2 -f HCl = C 18 H 36 O 2 + KClStearinsaures Chlor- Stearinsäure Chlorkalium

Kalium Wasserstoff

Da die natürlich vorkommenden zusammengesetzten Aether häufignicht einheitlicher Natur sind, sondern aus Gemengen von zusammen-gesetzten Aethern verschiedener Säuren bestehen, wie z. B. die Fette, sosind im letzteren Falle die daraus abgeschiedenen Säuren naturgemässebenfalls Gemenge verschiedener Glieder der Fettsäurereihe. Die Trennungder einzelnen Säuren, welche in derartigen Gemengen enthalten sind, istmeist mit grossen Schwierigkeiten verknüpft, ja theilweise sogar vor-läufig ganz unmöglich.

Sind zwei kohlenstoffärmere, flüchtige Säuren von einander zusche iden, so kann dies durch fractionirte Destillation oder durch par-tielle Sättigung und darauf folgende Destillation geschehen. Zuletzterem Zwecke neutralisirt man die eine Hälfte des Säuregemischesoder dessen wässeriger Lösung mit kohlensaurem Kalium, fügt alsdanndie andere Hälfte hinzu und unterwirft schliesslich die so erhaltenewässerige Flüssigkeit so lange der directen Destillation, als noch sauerreagirendes Destillat übergeht. Das Destillat enthält alsdann im Wesent-lichen diejenige der beiden Säuren, welche bei niedrigerer Temperatursiedet und den geringeren Kohlenstoffgebalt besitzt, während in demDestillationsrückstande hauptsächlich das Kaliumsalz der höher siedenden,kohlenstoffreicheren Säure verbleibt. Durch Wiederholung dieser Ope-rationen sowohl mit dem so gewonnenen Destillate, als auch mit der ausdem Destillationsrückstande wieder abgeschiedenen Säure kann schliess-lich eine vollständige Trennung derselben herbeigeführt werden.Enthält das Säuregemisch jedoch Essigsäure, so bleibt dieselbe stets alsessigsaures Kalium im Destillationsrückstande.

Sind kohlenstoffärmere, flüchtige Fettsäuren von kohlenstoffreicheren,nicht flüchtigen zu scheiden, so kann dies durch Destillation mit Wasser-dämpfen geschehen. Hiermit gehen die flüchtigen Fettsäuren über, be-