840
Kobalt und Nickel.
Der Röstrückstand („Röstgut") kobaltreicher Erze wirdZaffer oder Safflor genannt und wird grösstentheils zurDarstellung des blauen Farbstoffes Smalte, eines Kalium-Kobalto-Silicates, verwendet, indem man ihn in Tiegeln mitQuarz und Pottasche zusammenschmilzt. Unter der tiefblauenGlasmasse scheiden sich die übrigen Metalle, namentlich dasNickel, etwas Kupfer und Wismuth und eine geringe Mengevon Kobalt, mit Arsen verbunden als geschmolzener Regulusab. Letzterer wird Kobaltspeise genannt und kann auftrockenem Wege auf rohes Nickel verarbeitet werden. Zudem Ende wird er zerkleinert, wiederum geröstet, und dasnun von Arsen nahezu befreite rohe Nickeloxydul durchglühende Kohle reducirt. Resser wird die fein zerkleinerteKobaltspeise, oder kobaltarmes Nickelerz, innig mit Schwefelgemengt und bei Luftabschluss erhitzt, wobei das Arsen inForm von Sulfiden verdampft. Das zurückbleibende Schwefel-nickel wird dann wieder geröstet, zur Zersetzung von gebil-detem Nickelsulfat heftig geglüht, und das zurückbleibendeNickeloxydul reducirt.
In neuerer Zeit erzielt man viel weitergehende Trennungder in den Erzen enthaltenen Metalle auf nassem Wege, indemman das Röstgut durch Salzsäure auszieht. In der Lösungwerden die Ferrosalze durch Chlorkalk in Ferridsalze über-geführt und durch vorsichtigen Zusatz von Kalkmilch aus-gefällt, meist in Form von Ferridarsenat. Die geklärte undwieder angesäuerte Flüssigkeit wird dann mit Hülfe vonSchwefelwasserstoff von Kupfer, Arsen, Antimon, Wismuth etc.befreit und durch Kochen mit Chlorkalk das Kobalt als schwar-zes Kobaltidoxyd gefallt. Letzteres kommt entweder als solchesin den Handel, oder wird auf andere Kobaltverbindungen resp.auf Metall verarbeitet. Die nun bleibende Nickelsalziösungwird schliesslich durch Kalkmilchzusatz vollkommen nieder-geschlagen, wobei sich Nickeloxydulhydrat, gewöhnlich mitGyps gemengt, ausscheidet. Letzteren wandelt man durchKochen mit Sodalösung in Calciumcarbonat um und entziehtdieses dem gewaschenen und scharf getrockneten Niederschlagedurch sehr verdünnte Salzsäure.
Zur Reduction wird das Nickeloxydul mit Kohle oder ge-ringen Mehlsorten gemengt, und mit Rübenmelasse oder Oelzu einer steifen Paste zusammengeknetet. Dieselbe wird dannin würfelförmige Stücke geschnitten, welche man nach dem