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1 (1877) Anorganische Chemie
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Eisen.

schwächer positiver Metalle scheidet es diese ab, indem sichFerrosalze bilden. So schlägt sich z. B. auf Eisenstücken,welche in Kupfersalzlösungen eintauchen, metallisches Kupferanfangs als coliärenter Ueberzug, später als schwammigesCämentkupfer (§. 028) ab.

775. Das in ungeheuren Massen aus seinen Erzen dar-gestellte Eisen des Handels ist nie rein, sondern enthält stetsgewisse Mengen fremder Bestandteile, namentlich von Kohlen-stoff, welche die Eigenschaften des Metalles in manchen wich-tigen Beziehungen modificiren. Man unterscheidet drei Haupt-sorten von Werkeisen: das Roheisen mit höchstem Kohlen-stoffgehalte (3 bis 6 Proc.), den Stahl mit 0,9 bis 2 Proc.und das kohlenstoffarme Schmiedeeisen mit 0,1 bis 0,6 Proc.Kohlenstoff. Bei jeder derselben werden indessen noch zahl-reiche Nebensorten unterschieden, welche zum Theil Ueber-gänge zwischen den Hauptsorten bilden. Die durch verschie-denen Kohlenstoffgehalt bedingten Abweichungen in denEigenschaften des Metalles entsprechen verschiedenen Zweckenbei der Anwendung und sind daher nicht schädlich. GeringeBeimengungen von Schwefel, Phosphor, Silicium und Mangandagegen machen das Eisen unbrauchbar. So wird es schonbei einem Gehalte von 0,01 Proc. Schwefel rothbrüchig (sprödebeim Erhitzen), durch 0,5 Proc. Phosphor kaltbrüchig. DieseUmstände sind bei der Auswahl der Erze für die Eisengewin-nung von grosser Bedeutung und bedingen die fast ausnahms-lose Anwendung von phosphorsäurefreien oxydischen Erzen(Magneteisen, Fe 3 0 4 , Eisenglanz und Rotheisenstein, Fe 2 0 3 ,Ferridhydrate und Ferrocarbonat oder Spatheisenstein). Erstin neuester Zeit ist man dazu gelangt, bei der Bereitung vonStahl mit Hülfe des Bessemer-Processes die Entphosphorungdes Eisens in lohnender Weise ausführen zu können.

Obgleich aus guten Eisenerzen jede beliebige Sorte vonWerkeisen direct dargestellt werden kann, so wird in neuererZeit doch fast ausnahmslos zuerst Rohei'sen bereitet und diesesnach Bedarf in Schmiedeeisen oder Stahl umgewandelt.

776. Das Ausschmelzen des Roheisens aus den Erzengesc hieht gegenwärtig fast ausnahmslos in sogenannten Hoh-öfen, d. h. Schachtöfen von kreisrundem Querschnitte. DieDimensionen wechseln je nach dem Erz- und Brennmateriale.So haben z. B. Hohöfen mit Holzkohlenfeuerung, in welchen