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1 (1877) Anorganische Chemie
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Quecksilber.

XLII. Quecksilber,

Mercurium oder Hydrargyrum, Hg = 200.

632. Das Quecksilber findet sich zuweilen metallisch, alsTröpfchen in Gesteinsmassen eingesprengt, selten in Verbin-dung mit Chlor, Selen und mit Silber, am häufigsten als Mer-curidsulfid, HgS, oder Zinnober, manchmal auch mit saurenSulfiden verbunden, z. B. in Fahlerzen.

Es wird fast nur aus dem Zinnober gewonnen. -Röstetman letzteren in Flammöfen, so verbrennt der Schwefel,

HgS + 0 2 = S0 2 -f Hg,und die entweichenden Dämpfe setzen das Quecksilber in Con-densationsräumen ab. Mit noch geringerem Verluste ist dieAbscheidung des Metalles verbunden, wenn das Erz in eisernen,mit kühl gehaltenen Vorlagen versehenen Retorten zusammenmit metallischem Eisen,

HgS + Fe = FeS -f Hgoder mit gebranntem Kalk stark erhitzt wird:

4 HgS -f 4 CaO = CaS0 4 -f 3CaS -f- 4 Hg.

Das so in den Handel kommende, in schmiedeeisernenFlaschen versendete Metall ist nie ganz rein, sondern enthältkleine Mengen anderer Metalle, wie Blei, Kupfer, Silber, Wis-muth u. a. m., von denen es durch Destillation nur zum Theilbefreit werden kann. Mit Ausnahme des Silbers lassen sichdie Beimengungen entfernen, wenn man es mit wässerigenLösungen von Mercurosalzen oder Eisenchlorid längere Zeitunter Umrühren in Berührung lässt. Die beigemengten Me-talle gehen dabei in die wässerige Lösung, während sich Queck-silber aus dem Mercurosalze ausscheidet oder das Eisenchloridzu Chlorür reducirt wird; z. B.:

Pb + Hg 2 (N0 3 ) 2 = 2 Hg + Pb (N 0 3 ) 2Cu + Fe 2 Cl 6 = CuCI 2 -f Fe 2 Cl 4 .

Um ganz chemisch reines Quecksilber darzustellen, mussman von chemisch reinen Quecksilberverbindungen ausgehen,so z. B. von durch Sublimation gereinigtem Zinnober, oder