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1 (1877) Anorganische Chemie
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657
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Bleilegirungen. 657

Durch SchwefelwasserstofFüberschuss werden, sie in schwarzesSchwefelblei verwandelt.

Dass Bleisulfid beim Rösten in Bleioxyd und Bleisulfatübergeht und sich bei Schmelzhitze mit diesen Oxydations-producten in Schwefligsäureanhydrid und metallisches Blei zer-setzt, wurde schon oben (§. 554) ausgeführt.

Das Blei findet sich, an Schwefel gebunden, in zahlreichenThiosalzen. Zu solchen gehören z.B. derZinkenit, Pb(S.SbS) 2und Boulangerit, Pb 3 Sb 2 S 6 , u. a. m.

Die dem Bleiglanz entsprechenden und isomorphen Ver-bindungen mit Selen und Tellur kommen als Clausthalit, Pb Se,und Tellurblei, PbTe, mineralisch vor und können directdurch Zusammenschmelzen der Elemente dargestellt werden.

575. Legirungen des Bleies. Das Blei vereinigt sichbeim Zusammenschmelzen mit vielen anderen Metallen zu Le-girungen, welche öfters krystallisirbar sind und zuweilen nie-drigere Schmelzpunkte haben, als die Componenten selbst.Erwähnenswerth sind die folgenden:

Blei-Antimon -Legirungen sind alle krystallinisch undhart; diejenigen, welche mehr als 25 Proc. Antimon enthalten,sind sogar spröde. Das Metall der Buchdruckerlettern, L e t -ternmetall genannt, enthält 81 bis 83 Proc. Blei und 19 bis17 Proc. Antimon. Aehnlich sind die Blei-Wismuthlegirungen,von denen die nach der Formel PbBi 3 zusammengesetzte schonbei 122,5° schmilzt.

Blei-Zinn-Legirungen sind das Schnellloth der Klemp-ner (1 Thl. Sn und 2 Thle. Pb und 2 Thle. Sn mit 1 Thl. Blei)und das Material der Zinngussarbeiten, z. B. Zinngeschirre, aus5 Thln. Zinn und 1 Thl. Blei. Die Legirung PbSn 3 ist dieeinzige, welche krystallisirt und hat gleichzeitig den niedrigstenSchmelzpunkt von allen (181°).

Rose's Metall besteht aus 2 Thln. Wismuth, 1 Thl. Zinnund 1 Thl. Blei und schmilzt schon bei 94°.

Queen's Metall, zu Metallgefässen benutzt, enthält auf9 Thle. Blei 1 Thl. Zinn, 1 Thl. Antimon und 1 Thl. Wismuth.

Zink- und kupferhaltige Legirungen werden später an denbetreffenden Stellen erwähnt werden.

Strecker-Wislicenns, Anorganische Chemie. 42