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1 (1877) Anorganische Chemie
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636
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636 Schwefel Verbindungen der Erdalkalimetalle.

Stoffaufnahme, theilweise wieder in Sulfat übergehen. DurchWasser werden die Sulfide in Hydrat und Tliiohydrat zer-setzt; z. B.:

2 BaS -f 2H 2 0 = Ba(OH) 2 -f Ba(SH) 2 .

Letztere Verbindungen werden in stark alkalisch reagirenderLösung rein gewonnen, wenn man die dabei resultirende Flüs-sigkeit oder die wässerigen Hydroxyde mit Schwefelwasserstoffsättigt.

Calciu msulfid oder Sch wefeicalci um, CaS, in denSodarückständen vom Leblanc'sehen Processe in grossenMassen enthalten, ist eine gelbliche oder röthlich weisse Masse,welche sich unter Zersetzung in Ca(OH) 2 und Ca(SH) 2 in der500 fachen Wassermenge löst, beim Behandeln mit wenigerWasser aber erst bei längerem Kochen zersetzt wird und ge-löschten Kalk zurücklässt, während C al ci um thi o h y d rat,Ca (S H) 2 , in Lösung geht. Das letztere lässt sich besser durchEinleiten von Schwefelwasserstoffgas in Kalkmilch darstellen:

Ca (OH) 2 + 2H 2 S = Ca (SI1) 2 + 2II 2 0,wobei aber nur diejenige Menge des Hydrates (etwa 70 g auf1 1 Wasser) in Thiohydrat verwandelt wird, welche wirklichin Lösung geht, während überschüssiges Hydrat unverändertzurückbleibt. Aus ihrer wässerigen Lösung die Verbindungfest und krystallinisch abzuscheiden, gelingt nicht, denn beimEindampfen entweicht Schwefelwasserstoff und es scheidet sichtheilweise einfaches Sulfid ab, welches aber bei längerem Ko-chen mit Wasser vollständig zersetzt und in Hydrat über-geführt wird:

CaS -f 2 H 2 0 = H 2 S -f Ca (0H) 2 .Die Thiohydratlösung oxydirt sich an der Luft grösstenteilszu Calciumthiosulfat:

SH S

Ca' -f 2 0 2 = H 2 0 -f Ca(^ )S0 2 .

SH

549. Strontiumsulfid, SrS, ähnelt vorigem durchaus.Das Thiohydrat, Sr(SH) 2 , krystallisirt aus seiner wässerigenLösung im Yacuum neben Schwefelsäure in wasserhaltigen ge-streiften Prismen, zersetzt sich aber beim Erhitzen leicht voll-ständig.