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1 (1877) Anorganische Chemie
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Salze der Erdalkalimetalle.

im sogenannten Sombrerit. Künstlich gewinnt man es als gal-lertartigen Niederschlag, der beim Trocknen erdig wird underst bei stärkster Weissgluth schmilzt. In reinem Wasser istdas Salz so gut wie unlöslich, wird aber bei längerem Kochendamit allmälig zersetzt, indem saures Salz in Lösung geht undüberbasische Salze zurückbleiben, denen die Formeln

Ca 4 (P0 4 ) 2 (0H) 2 und Ca 6 (P0 4 ) 3 (OH)zukommen. Von Salzsäure, Salpetersäure und Essigsäure wirdes leicht, etwas auch von kohlensäurehaltigem Wasser aufge-nommen. Gute Lösungsmittel sind die wässerigen Lösungenmancher Alkalimetallsalze, z. B. des Chlornatriums, und nochmehr die meisten Ammonsalze.

Durch Vermittelung derartiger Salze und vorzugsweise derKohlensäure gelangt phosphorsaures Calcium aus dem Bodenin die Pflanzen und von diesen in den thierischen Organismus.

Weit häufiger als reines Calciumphosphat kommen in derNatur Salze vor, in welchen zwar die Phosphorsäure durchCalcium vollkommen gesättigt ist, aber ein Ueberschuss desMetalles an andere Säuren oder die Halogene gebunden auf-tritt. Hierher gehört vor allen der in hexagonalen Prismenvon 2,9 bis 3,05 specif. Gew. krystallisirende Apatit, einwech-selndes Gemenge der isomorphen Salze:

Ca 6 (P0 4 ) s Cl und Ca 6 (P0 4 ) 3 Fl,die man künstlich und rein darstellen kann, wenn man dieDämpfe der Chlorverbindungen des Phosphors über glühendenAetzkalk leitet (Chlorapatit), oder wenn man dreibasisches Cal-ciumphosphat mit i/ 1B seines Gewichtes Flussspath zusammen-schmilzt (Fluorapatit), und das Product mit Wasser und ver-dünnter Essigsäure auszieht. Beim Zusammenschmelzen vonphosphorsaurem Calcium mit Chlorcalcium dagegen bilden sichwürfelähnliche, aber dem monoklinen System angehörendeKrystalle von sogenanntem „Kalkwagner it", Ca 4 (P 0 4 ) 2 Cl 2 .Derartige Haloidphosphate des Calciums, entweder mit einanderoder mit dem dreibasischen Salze gemengt, bilden den Phos-phorit und Osteolith (massiger und erdiger Apatit), und findensich in den thierischen Excrementen, deren fossilen Ueberresten(Koprolithe) und Umwandlungsproducten (Guano und Sombrerit).

An Stelle der Halogene können in den apatitartigen Ver-bindungen auch organische Stoffe (Knochensubstanz) oderandere Mineralsäuren, wie die Kohlensäure in der Knochenaschetreten.