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1 (1877) Anorganische Chemie
Entstehung
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626
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Salze der Erdalkalimetalle.

Beträchtlich leichter als von reinem Wasser wird der Gypsvon Lösungen fast aller Ammonsalze, vieler Natrium - undKaliumsalze und namentlich von Natriumthiosulfat und heisserSalzsäure aufgenommen. Beim Kochen mit überschüssigerSodalösung setzen sich gepulverter Anhydrit und Gyps schnellin kohlensaures Calcium und schwefelsaures Natrium um.

Von englischer Schwefelsäure wird das neutrale Calcium-sulfat bei 80° bis 100° in kleine Kryställchen des einfach saurenSalzes Ca (0 . S0 2 . OH) 2 umgewandelt, die sich in heisser con-centrirter Schwefelsäure reichlich lösen und dann nach demVerdampfen eines Theiles derselben beim Erkalten einen, ausflachen glänzenden Prismen bestehenden, Krystallbrei von über-saurem Calciumsulfat, CaH 6 (S0 4 ) 4 , bilden.

Wird fein gepulverter Gyps längere Zeit mit höchst con-centrirten Lösungen von Kalium - und Natriumsulfat digerirt,so lösen sich reichliche Mengen auf und beim Erkalten schei-den sich flächenreiche monokline Krystalle von Doppelsalzenaus, welche auch in der Natur mineralisch vorkommen. Essind dies das Calcium-Kaliumsulfat:

CaK 2 (S0 4 ) 2 -f- H 2 0 = Ca (0 . S0 2 . 0K) 2 + H 2 0,oder als Mineral Syngenit, und das C al ci um-N atrium-sulfat oder Glauberit, CaNa 2 (S0 4 ) 2 . Beide Verbindungenwerden durch Wasser zersetzt; anfangs lösen sie sich, wennman sie als feine Pulver mit reinem Wasser übergiesst; diefiltrirte klare Flüssigkeit trübt sich aber alsbald von selbstund scheidet Gypskrystalle ab, während schwefelsaures Alkaliin Lösung bleibt.

534. Schwefelsaures Strontium, SrS0 4 , kommt inder Natur unter dem Namen Coelestin mit 3,9 bis 3,97specif. Gew. in gut ausgebildeten rhombischen Prismen oderin faserigen, von fremden Beimengungen meist blau gefärbtenAggregaten vor. Aus Strontiumsalzlösungen fällt es auf Schwe-felsäurezusatz anfangs als weisser amorpher Niederschlag, wel-cher jedoch unter der Flüssigkeit bald krystallinisch wird.100 Theile Wasser lösen nur 0,015 bis 0,018 Theile, beträchtlichmehr dagegen bei einem Gehalte an Kochsalz oder Chlorkalium.Fein pulverisirter Cölestin wird durch Kochen mit Sodalösunglangsam aber vollständig umgewandelt:

SrS0 4 + Na 2 C0 3 = SrC0 3 + Na 2 S0 4 .

Das bei Digestion mit freier Schwefelsäure entstehend^