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1 (1877) Anorganische Chemie
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Nitrate und Nitrite.

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Salpeter saures Strontium krystallisirt aus der ge-sättigten Lösung bei niedriger Temperatur mit 4 Mol. Wasser,Sr (N 0 3 ) a -)- i II 2 0, dem Calciumnitrat isomorph; beim Ein-dampfen in der Wärme dagegen wasserfrei in regulären Oc-taedern von 2,9 specif. Gew. Die gesättigte wässerige Lösungdes Salzes enthält bei 0° schon -tO Theile, bei 100° etwas über100 Theile des wasserfreien Salzes auf 100 Theile Wasser. Inwasserfreiem Weingeist ist es unlöslich. Es wird zur Her-stellung von Rothfeuer in den Handel gebracht.

Salpetersaures Barium, Ba(N0 3 ) 2 , scheidet sichimmer wasserfrei in farblosen, meist undurchsichtigen regu-lären Octaedern von 3,2 specif. Gew. ab. 100 Theile Wasserlösen bei 0° 5,2 Theile, bei 20° 9,2 Theile, bei 100° 32,2 Theiledes Salzes; von wasserfreiem Alkohol] wird es gar nicht,schwer von starker wässeriger Salpetersäure aufgenommen, sodass die gesättigte wässerige Lösung auf Salpetersäurezusatzkrystallinisches Salz fallen lässt. Es wird in der Feuerwerkereizur Darstellung des Grünfeuers benutzt.

525. Die salpetrigsauren Salze lassen sich aus denNitraten nicht leicht rein darstellen; man gewinnt sie besser,indem man eine Lösung von Silbernitrit mit der entsprechen-den Menge von Chlorbarium u. s. w. versetzt:

Ag 2 (O.NO) 2 + BaCl a = Ag 2 Cl 2 + Ba(0 . NO),,

vom gefällten Chlorsilber abfiltrirt und die klare Lösung zurKrystallisation verdunstet.

Die drei Salze Ba (N 0 2 ) 2 , Sr (N 0 2 ) 2 und Ca (N 0 2 ) 2 krystalli-siren in äusserst leicht löslichen Prismen und Nadeln, welcheauch von starkem, uicht aber von ganz wasserfreiem Weingeistaufgenommen werden.]

Salze der Sauerstoffsäuren des Chlors.

526. Unterchlorigsaure Salze oder Hypochloriteder Erdalkalimetalle in reinem Zustande sind nicht bekannt;zugleich mit Metallchlorür bilden sie sich beim Zusammentreffenvon Chlorgas mit den basischen Hydraten bei genügend nie-driger Temperatur.