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1 (1877) Anorganische Chemie
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374
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374 Verbindungen des Schwefels mit Kohlenstoff.

Alkalimetalle, sondern auch die des Bariums, Strontiums undCalciums. Kocht man die wässerigen Lösungen, so gehen sieunter Schwefelwasserstoffentwickelung in gewöhnliches Car-bonat über:

K 2 CS 3 + 3H 2 0 = K 2 C0 3 + 3 H 2 S.

Die kalten Lösungen dieser Salze scheiden auf Zusatz stärkererSäuren nach der Gleichung:

k !} CS + 2Hci = 2KC1 + Hs} CS

freie Thiokohlensäure als widerlich riechendes, dunkel-gelbes, unbeständiges Oel ab, welches, namentlich in gelinderWärme, leicht zerfällt:

H 2 CS 3 = H 2 S + CS 2 .

In ähnlicher Weise zersetzen sich die unlöslichen Thio-carbonate der schwächer basischen schweren Metalle. So ent-steht z. B. beim Vermischen der Lösungen von Kaliumthio-carbonat und salpetersaurem Blei ein rothbrauner Niederschlagvon Bleithiocarbonat:

K 2 CS 3 -f Pb (N0 3 ) 2 = Pb CSj -f 2KNO s ,schwärzt sich aber schnell unter Zersetzung in Bleisulfid undSchwefelkohlenstoff:

Pb {|}cS = PbS-f CS 2 .

Kohlenoxysulfid, COS.

281. Diese gasförmige, zwischen Kohlensäureanhydridund Schwefelkohlenstoff stehende Verbindung bildet sich directaus Kohlenoxydgas und Schwefeldampf, wenn beide durchschwach rothglühende Röhren geleitet werden:

2 CO -f S 2 = 2 COS.

Leichter erhält man das Kohlenoxysulfid bei gelindem Er-wärmen von Schwefelsäureanhydrid mit Schwefelkohlenstoff:

3 S 0 3 + CS 2 = 4S 0 2 4- COSund durch Zersetzung der Thiocyansäure (siehe organischerTheil 6. Auflage §. 105), wenn man in Gasentwickelungsapparatenderen Kaliumsalz in ein erkaltetes Gemisch von 4 Volumen