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9 (1864) [U - Z]
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Zucker.

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eine geringe Beimengung von Glucose zum Rohrzucker die Bildungeines violetten Niederschlages durch salpetersaures Kobaltoxydul beiGegenwart von Alkali; in verdünnten Lösungen entsteht in diesemFalle kein Niederschlag, in concentrirten Lösungen bildet sich einschmutzig hellbrauner Niederschlag.

Zur quantitativen Bestimmung von Rohrzucker in Pflanzensubstan-zen können diese nach dem vollständigen Trocknen, wodurch auch derWassergehalt bestimmt wird, mit kochendem Alkohol von 0,82 bis0,83 specif. Gewicht ausgezogen werden; beim Verdampfen im Vacuumüber Aetzkalk krystallisirt Zucker vollständig heraus. In reinen wässeri-gen Zuckerlösungcn ergiebt das specifische Gewicht (s. S. 1075 u. 1076)die Menge des gelösten Zuckers. Weiter kann der Rohrzucker durchKochen mit verdünnten Säuren zuerst in Invertzucker verwandelt wer-den und nach Neutralisation der Säure die Menge des Zuckers danndurch eine stark alkalische Lösung von weinsaurem Kupferoxyd-Alkalibestimmt werden, 10 At. Kupferoxyd entsprechen dann 1 At. Zucker.—Die Quantität des Zuckers kann auch durch Gährung bestimmt werdenaus der Menge der erzeugten Kohlensäure; nach Pasteur entsprechen49,1 Thle. Kohlensäure 100 Thln. Rohrzucker, indem sich neben Alkoholimmer auch geringe Mengen Glycerin und Bernsteinsäure bilden (sieheS. 1086). Endlich dient häufig das Polarisationsinstrument um in un-reinen Zuckerlösungen, besonders in Pflanzensäften die Quantität desZuckers zu bestimmen. (Vergl. S. 1076. Genauere Beschreibung die-ser Methoden s. unter Sacharimetrie Bd. VII, S. 7.)

Zur Trennung von Rohrzucker und unkrystallisirbaren Zucker be-nutzt Dubrunfaut 5 ) das Verhalten gegen Baryt, wobei der erstereeine in der Siedhitze fast unlösliche Verbindung bildet, während dieVerbindung des unkrystallisirbaren Zuckers gelöst bleibt. Der un-lösliche Rohrzucker-Baryt wird dann mit Kohlensäure zersetzt, unddie vom kohlensauren Baryt abfiltrirte Lösung, um die geringe Mengevon gelöstem kohlensauren Baryt abzuscheiden, mit Gypslösung behan-delt, wonach aus dem Filtrat beim Eindampfen Rohrzucker krystallisirt.Die allgemeine Anwendung des Rohrzuckers als Zusatz zu unserenNahrungsmitteln ist bekannt, wie die Anwendung desselben um leichtverderbende Stoffe Früchte und Fruchtsäfte u. dergl. zu conserviren;Hoppe 2 ) hat Versuche über den Einfluss von Rohrzucker auf die Ernäh-rung und über seine Verdaulichkeit angestellt. Der grossartige überallfortwährend steigende Verbrauch von Zucker zeigt seine Bedeutungin Beziehung auf menschliche Nahrung; der allgemeine Consum machtdie Gewinnung des Zuckers zu einer Frage von hoher Wichtigkeitin landwirthschaftlicher Beziehung wie in Bezug auf Volkswirtschaft;die Production und Consumtion von Zucker kann etwa folgendermaassenangenommen werden.

Indischer Rohrzucker 2000 Mill. Kilogr., Rübenzucker 500 Mill.Kilogr., Palmzucker 100 Mill. Kilogr., Ahornzucker 20 Mill. Kilogr.,im Ganzen 2620 Mill. Kilogr. Zucker. Davon producirt Cuba nahe500 Mill. Kilogr., Westindien 200, Ostindien 160, Java 110, Brasilieu75 Mill. Kilogr. indischen Zucker. Im Zollverein werden nahe 150,in Frankreich 150, in Russland 100 Mill. Kilogr Rübenzucker fabricirt.

i) Journ. de pharm. [3.] T. XVII, p. 379. — 2 ) Virchow's Arch. Bd. X, S. 144;Chem. Centralbl. 1867, S. 33.