Zucker.
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entsteht Kohlensäure und Wasserstoff. Nach Pasteur wird die schlei-mige Gährung durch eine eigentümlich organisirte Schleimhefe be-dingt, welche Hefe aus rosenkranzartigen Kügelchen besteht.
Bei Schimmelbildung geht der Rohrzucker vollständig in Invert-zucker über (Bechamp).
In einer Lösung von Zucker, welche etwas phosphorsaures Ammo-niak enthält, tritt an der Luft bald eine mycodermische Vegetation baldGährung ein; bei dieser Gährung beobachtete Jodin zuweilen (vom 15.Juni bis 15. September 1861) ein der Bierhefe nahestehendes Ferment,von ihm Toriila Pastorii genannt, welches bei Zutritt von etwas Luftund bei Anwesenheit von phosphorsaurem Salz den Zucker nicht inInvertzucker, sondern in zwei rechtsdrehende Zuckerarten umwandelt,von denen die eine amorph und der Glucose isomer ist, die andere kry-stallisirbar und dem Rohrzucker Ci 2 Hn On isomer; Jodin nennt diesedaher Parasacharose, analog kann die erstere Paraglucose genanntwerden (nähere Beschreibung s. unten im Anhange S. 1095 u. folgde.).
Jodin 1 ) hat weiter beobachtet dass Rohrzucker in Lösung beiGegenwart von phosphorsaurem Natron und Ammoniak unter gewissenUmständen an der Luft sich in einen optisch unwirksamen Zucker um-wandelt, der nicht krystallisirbar ist, und die alkalische Kupferlösungnicht reducirt; mit verdünnter Säure erhitzt verwandelt dieser inactiveZucker sich in verschiedene linksdrehende Zucker, die nicht mit Levu-lose indentisch sind.
Der Rohrzucker zeichnet sich vor anderen Zuckerarten aus durchdie Fähigkeit grössere Krystalle zu bilden, durch die leichte Löslichkeitin Wasser und die geringe Löslichkeit in Alkohol und die syrupartigeBeschaffenheit der wässerigen Lösung. Weiter ist charakteristisch dieArt und Stärke des Rotationsvermögens nach Rechts, und die Umände-rung des optischen und chemischen Verhaltens durch Einwirkung ver-dünnter Säuren oder Hefe. Der reine Rohrzucker wird durch Ein-wirkung verdünnter Alkalien auch in der Wärme nicht merkbar ge-färbt, eine schwache Färbung kann durch beigemengte Spuren um-gesetzten Zuckers verursacht sein. Concentrirte Schwefelsäure färbtihn schnell braun und bei gelindem Erwärmen schwarz, und es bildetsich keine gepaarte Säure (Unterschied von Glucose). Eigenthümlichist ferner das Verhalten gegen schwefelsaure Kupferoxydlösung; Roh-Zucker bildet damit bei Gegenwart von hinreichend überschüssigemAlkali eine tief blaue Lösung, welche sich in der Kälte und beimErwärmen nicht verändert, erst nach längerem Kochen scheidet sichKupferoxydul oder metallisches Kupfer ab.
Im Rohrzucker lässt sich beigemengte Glucose oder Fruchtzuckererkennen, dadurch dass diese durch Alkalien leicht stark gelb gefärbtwerden, und mit concentrirter Schwefelsäure eine gepaarte Sulfosäurebilden, deren Barytsalz löslich inWa3ser ist. Ferner dadurch dass dieseaus einer alkalischen Kupferoxydlösung schon in der Kälte, augenblick-lich beim Erwärmen unter der Siedhitze Kupferoxydul abscheiden.Nach Reich findet beim Erhitzen einer heissen concentrirten Lösungvon saurem chromsauren Kali mit reinem Rohrzuckersyrnp Reductionstatt, während Rohrzucker der nur J / 4 oder selbst l f s Stärkezuckerbeigemengt enthält, keine Einwirkung mehr zeigt. Ebenso verhindert
l) Compt. rend. T. LVII, p. 484) Bullet, de la Soc. chim. Mai 1864, p. US,
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