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9 (1864) [U - Z]
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Zucker.

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lose (s. Anhang S. 1094); das ßotationsvermögen geht dabei von-j- 73° auf 27° (Dubrunfaut). Die Schwefelsäure selbst erlei-det hierbei keine Veränderung. Aehnlich wie Schwefelsäure wirkenauch andere verdünnte Säuren Salzsäure Phosphorsäure SalpetersäureArsensäure u. a. Die organischen Säuren Essigsäure Weinsäure Citron-säure u. a. bewirken diese Umwandlung selbst in der Wärme langsam,und meist unvollständig; in sauren Fruchtsäften welche Rohrzucker ent-halten neben Weinsäure Citronsäure ist daher selbst nach dem Eindam-pfen in der Wärme der Rohrzucker meist noch unverändert.

Lenssen und Löwenthal 1 ) haben ausführliche Versuche ange-stellt über die Intensität der Einwirkung nach dem Verhältniss derSäure; bei Anwendung von verdünnter Schwefelsäure ist die Umwand-lung der Säureinenge proportional, bei Vermehrung der Säure nimmtdie Glucosebildung verhältnissmässig ab. Bei gleichbleibender Säure-menge ist die Wirkung derselben auf Rohrzucker dessen Menge propor-tional. Die einbasischen Säuren verhalten sich bei gleichen Aequiva-lenten gleich.

Wird die Lösung von Zucker nach vollendeter Inversion nochweiter mit verdünnter Schwefelsäure erhitzt, so färbt sich die Flüssig-keit braun nach und nach schwarz; es entsteht Glucinsäure und Apo-glucinsäure (s. d. Art. Bd. III, S. 628) neben Ulmin- und Huminsubstan-zen. Auch die organischen Säuren bewirken diese Umwandlung abernicht so rasch wie die Mineralsäuren; bei Einwirkung der letzteren trittdie Färbung um so rascher ein je weniger verdünnt sie sind (Mulder 3 ).Malaguti 8 ). Die Säuren selbst erleiden hierbei keinerlei Veränderung;ihre Wirkung wird daher als katalytisch bezeichnet.

5. Durch Salzsäure. Gepulverter Zucker absorbirt langsamSalzsäuregas, wobei sich ein brauner Körper bildet.

Concentrirte Salzsäure verkohlt den Zucker.

Verdünnte Salzsäure wirkt ganz ähnlich wie verdünnte Schwefel-säure, es entsteht zuerst Invertzucker, dann bilden sich unter Färbungder Flüssigkeit Humussubstanzen.

6. Durch Phosphorsäure. Wasserfreie Phosphorsäure zersetztden Rohrzucker erst beim Erhitzen, schon bei 90° bis 100°C. je nachder Menge der Säure tritt Schwärzung ein; es bildet sich Ameisensäureund im Rückstande bleiben Humussubstanzen und unkrystallisirbarerZucker. Phosphorsäurehydrat giebt bei der Destillation mit ZuckerAmeisensäure und ein flüchtiges Oel vielleicht Furfurol.

Eine Zuckerphosphorsäure scheint nicht zu existiren.

7. D u r c h A r s e'n s ä u r e. Ein Gemenge von Arsensäure mitZucker zerfliesst selbst in trockener Luft; es färbt sich dabei durch Bil-dung von Huminsubstanzen zuerst roth bald braun zuletzt schwarz;dabei entsteht zugleich unkrystallisirbarer Zucker und arsenige Säure.

Arsenige Säure hindert die Schimmelbildung und danach er-folgende Zersetzung der Zuckerlösung nicht.

8. Durch Oxalsäure. Diese Säure giebt mit Zucker im Wasser-bade erwärmt einen farblosen Syrup, der Invertzucker enthält und sichan der Luft schnell schwarz färbt; dabei entweicht etwas Kohlensäure

l) Jouvn. f. prakt. Chem. Bd. LXXXV, S. 321 u. 401; Chem. Centralbl.1862, S. 561. 2) Journ. f. prakt. Chem. Bd. XXI, S. 207. 3 ) Annal. de ebim.et de phys. [2.] T. UX, p. 407; Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. XVII, S. 52.

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