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9 (1864) [U - Z]
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Zoochemie, thierische.

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fehlte ihnen doch aller innerer Zusammenhang und eine gemeinsameleitende Idee. Ihre Einwirkung auf die Physiologie war daher aucheine verhältnissmassig geringe. Berzelius war es vorbehalten, wieauf anderen Gebieten der Chemie so auch hier zu sichten, zu ordnet,zu revidiren und zusammenzufassen. Kaum ein Bestandteil des Thier-körpers, welchen er nicht in seiner gründlichen Weise der chemischenUntersuchung unterwarf, und mehr Licht darüber verbreitete. Ber-zelius hat in der That durch zahlreiche zum Theil auch heute nochvverthvolle Untersuchungen, die er in verschiedenen Zeitschriften unddann in seiner Thierchemie, lange das beste und vollständigste Hand-buch der Doctrin, niederlegte, die Bahn zu einer eigentlichen Zoochemiegebrochen. Epochemachend war Ende des ersten Drittels des laufen-den Jahrhunderts die gemeinschaftliche Untersuchung von Tiede-mann und L. Gmelin über die Verdauung; L. Gmelin führte imLaufe derselben eine sehr vollständige Analyse der Ochsengalle unddie Analyse anderer Verdaunngssäfte au«. Erwähnt mögen endlichnoch werden aus diesem Zeitabschnitte die zahlreichen zooehemischenAnalysen Braconnot's. Eine neue Epoche bereitete sich für dieZoochemie vor, als Justus Liebig stich dieser Doctrin zuwendete;von ihm und seiner Schule and nicht nur zahlreiche und höchst wich-tige Entdeckungen auf dem Gebiete der Zoochemie ausgegangen, son-dern er hat dieselben, sowie überhaupt das vorhandene Material durchdas geistige Band genialer Anschauungen zu verknüpfen und für dieeigentlichen Zwecke der physiologischen Chemie zu verwerthen ver-standen. Kein Chemiker hat auf diesem Gebiete auch nur entfernt ingleichem Grade anregend gewirkt, und selbst da, wo seine Ansichtenauf Widerstand stiessen, haben sie gleich einem Eerment die Bewegungder Geister wachgerufen, und nach allen Seiten reiche Früchte getra-gen. Die von ihm ausgeführten und durch ihn veranlassten Unter-suchungen hier besonders alle aufzuführen, scheint uns kaum nöthig zusein. Wir erinnern daher nur an seine gemeinschaftlich mit Wo hierausgeführte Arbeit über die Harnsäure, an die Untersuchungen überden Harn und die Flüssigkeiten des Fleisches, an die nach ihm be-nannte Methode der quantitativen Bestimmung des Harnstoffs im Harn,an die in seinem Laboratorium ausgeführten Untersuchungen von Theyerund Schlosser, Demar^ay und Strecker über die Galle, an dieEntdeckung des Tyrosins, die Arbeit Guckelberger's über die Oxy-dation der Albuminate, endlich an die zahlreichen von ihm und seinenSchülern namentlich Scherer ausgeführten Elementaranalysen der Al-buminate, der Horngebilde des Blutes, Fleisches und anderer thierischerSubstanzen. Seine Ideen über Ernährung, Fettbildung und den Respi-rationsprocess hat Liebig in seinem berühmten Werke:die organischeChemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie", nieder-gelegt, seiner Zeit das Ziel zahlreicher Angriffe der aus ihrer Ruhe auf-geschreckten Aerzte, aber zugleich die Quelle, aus der namentlich diejüngere Generation geistige Anregung in Fülle schöpfte, und die denForsehungstrieb in empfänglichen Gemüthern wachrief. Neben Liebigmuss auch hier Wöhler genannt werden, dem wir die folgenreiche undfür die vitalistische Anschauung verhängnissvolle Entdeckung der künst-lichen Darstellung des Harnstoffs verdanken. Nennen wir nun noch dieNamen Dumas und Lecanu, die Frankreich angehören, und die deut-schen Fr. Simon und Lehmann, endlich Mulder den Urheber