1064 Zomidin. — Zoochemie, thierische.
und wird in der Gestalt und den Spaltungsflächen, die nach einer Rich-tung der Länge nach vollkommene sind, für übereinstimmend mit denGestalten des Epidot gehalten, wogegen Descloizeaux J ) zeigte, dassdie Gestalten orthorhombisch aufzufassen wären. Er ist weis«, grau,gelblich, bräunlich oder grünlich gefärbt, perlmutterartig glänzend aufden vollkommenen Spaltungsflächen, während er auf den Rruchflächenden Krystall- und Absonderungsflächen wachsartigen Glasglanz hat, istmehr oder weniger durchscheinend, spröde, hat weisslichen Strich, dieHärte = 6,0 bis 6,5 und das specif. Gewicht = 3,25 bis 3,36. Vordem Löthrohre schwillt er an, entwickelt Gasblasan, die in stärkeremFeuer wieder verschwinden, und schmilzt an den äussersten Kanten zueinem gelblichen klaren Glase, während die aufgeschwollene Masse sehrschwer schmelzbar ist. In der Glühhitze erleidet er nach C. Ram-melsberg 2 ) einen Gewichtsverlust von 2 bis 4 Procent, der um sogeringer ist, je durchscheinender und härter die Varietät ist. DieserGewichtsverlust besteht in Wasser, welches wie bei den Epidoten alsunwesentlich betrachtet wird und zum Theil von beginnender Umände-rung, zum Theil von Beimengungen herrührt. Das geglühte Minenlerscheint undurchsichtig, bräunlich, von Rissen durchzogen, aber wedergesintert noch geschmolzen. Von Säuren wird er schwer angegriffen,bildet aber nach dem Glühen mit Salzsäure sehr leicht eine Kiesel-gallerte. K.
Zomidin (von £wfiög, Dimin. %ä^u8iov Fleischbrühe) nannteBerzelius den in Alkohol nicht löslichen Theil des wässerigen Fleisch-extracts, während der in Alkohol lösliche Theil etwa 4 /s des Extractsals Osmazon bezeichnet ward (s. d. Art. Bd. V, S. 75ü und Fleisch-brühe Bd. III, S. 157.
Zoochemie, Thierchemie, jener Zweig der angewand-ten Chemie, welcher sich die Ermittelung der chemischen Substrate desThierkörpers und ihrer Umsetzungen im Organismus zur Aufgabe setzt.Das Zeitalter der medicinischen Chemie (vom ersten Viertel des16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts) ist bekanntlich durch die vor-herrschende Tendenz charakterisirt, die Chemie mit der Medicin zuverschmelzen und die medicinischen Erscheinungen auf chemischeGrundsätze zurückzuführen. In diesem Zeitalter zeigen sich daherauch die ersten bemerkenswerthen Anfänge einer Zoochemie. Obgleiches sich hier noch hauptsächlich um Ansichten und Meinungen handelt,die der experimentellen Grundlage häufig entbehren, so sind dieselbendoch besonders deshalb bemerkenswerth, weil sie den Thierkörper als einObject chemischer Forschung anerkennen. So behauptete schon Pa-racelsos, dass der Lebensprocess hauptsächlich als ein chemischer zubetrachten sei, und dass die Bestandtheile des Organismus Elementeim chemischen Sinne seien. Seine Nachfolger van Helmont undde la Boe Sylvius fassen dann die Begriffe schon schärfer und stel-len auf Grund ihrer Untersuchungen die Theorie auf, dass in der che-mischen Wirksamkeit (namentlich der sauren oder alkalischen Be-schaffenheit) gewisser Bestandtheile des Organismus die Ursachen derFunctionen desselben liegen, dass der durch Ueberfluss oder Mangeleines dieser Bestandtheile abgeänderte chemische Process die Krank-
») Anna!, des min. T. XVI, p. 219. — 2 ) Dessen Handb. d. Mineralchem. S. 750.