Zirkoniumoxydhydrat. — Zirkoniumoxydsalze. lOtil
mit Zirkonerde erhaltene Masse hinterlässt beim Auswaschen mit Wasserein Zirkonerde-Kali, das sich vollständig in Säure löst.
Zirkonerde giebt mit Thonerde beim Glühen eine schmelzbareMasse.
Svanberg 1 ) glaubte dem Verhalten gegen Oxalsäure nach, dassdas als Zirkonerde bezeichnete Oxyd ein Gemenge sei von unter sichverschiedenen Erden, dass es neben Zirkonerde besonders ein neuesMetalloxyd Noriumoxyd oder Norerde enthalte, ausserdem Ceroxydeine der unreinen Yttererde ähnliche Erde und noch ein anderes Oxyd.Weder Berlin 2 ) noch Marignac 8 ) fanden diese Angaben bestätigt,sie konnten die Zirkonerde nicht als ein Gemenge verschiedenerErden erkennen. jr e .
Zirkoniumoxydhydrat, Zirkonerdehydrat, Zir-konsäurehydrat. Dieses Hydrat wird immer beim Fällen von Zirkon-erdesalzen mit Ammoniak erhalten; seine Darstellung aus Zirkon istausführlich bei Zirkoniumoxyd besprochen (s. S. 1058). Das frischgefällte Zirkonerdehydrat ist weiss voluminös gallertartig; es schrumpftbeim Trocknen zu einer gelblichen durchscheinenden gummiartigenMasse mit muschiinfem Bruch zusammen. Das trockene Hydrat ist nachBerzelius 2rO>.ffO (wohl bei höherer Temperatur getrocknet); nachHermann ist das bei 17° C. getrocknete Hydrat Zr0 2 . 2 HO. DasHydrat giebt beim Erhitzen wasserfreie Zirkonerde.
Das Zirkonerdehydrat ist nach Brush 4 ) in 5000 Thln. Wasserlöslich, die Lösung färbt Curcumapapier braun; es löst sich wenn kaltgefällt und mit kaltem Wasser ausgewaschen leicht in Säuren; wird esnach dem Fällen in der Kälte mit heissem Wasser ausgewaschen oderwar es heiss gefällt, so löst es sich nur in concentrirten Säuren; dasHydrat löst sich nicht in Ammoniaksalzen. Fe.
Zirkoniumoxydsalze, Zirkonerdesalze. Die Zirkon-erde ist eine schwache Ba3e; nach der Formol Zr0 2 ist sie zweisäurig.I)a< Zirkonmetall löst sich schwierig in Säuren auch in Salpetersäureoder Königswasser, nur Fluorwasserstoffsäure löst es leicht. Die ge-glühte Zirkonerde löst sich nur in concentrirter Schwefelsäure; sie wirddurch Glühen mit Fluorkalium-Fluorwasserstoff oder mit saurem schwe-felsauren Kali aufgeschlossen. Das kalt gefällte Zirkonerdehydrat löstsich auch in verdünnter Säure.
Die Zirkonerdesalze sind zum Theil in Wasser löslich, sie habeneinen zusammenziehenden sauren Geschmack und röthen Lackmus; beimGlühen verlieren sie die Säure, wenn diese flüchtig ist. Nur das Chlor-zirkonium ist als Ganzes flüchtig.
Die reinen Alkalien auch Ammoniak fällen aus den Lösungenweisses Zirkonerdehydrat, das alkalihaltig ist, und sich im Ueberschussdes Fällungsmittels nicht löst. Salmiak verhindert die Fällung nicht.Schwefelammonium fällt unter Entwickelung von SchwefelwasserstoffZirkonerdehydrat. Die einfach- und doppelt-kohlensauren Alkalien fäl-len kohlensaure Zirkonerde, die sich im Ueberschuss des Fällungsmit-tels löst, leichter im doppelt- als im einfach-kohlensauren Alkali. Wird
1) Pogg. Annal. Bd. LXV, S. 317: Berzelius' Jahresber. Bd. XXV, S. 149.
2 ) Journ. f. prakt. Chem. Bd. LVIII, S. 147. — 8 ) Annal. de ehim. et de phys.[3.] T. LX, p. 262; Jahresber. 1860, S. 136.