882 Zeugdruck.
Strichen z. B. brauchbar, weil die ruckweise Bewegung des Zeugstückesdie Absätze an der Modelgrenze zu leicht sehen lässt, auch lassensich Muster von grossen Objecten, z. B. Blumengruppen, deren Durch-messer der Länge des Stückes nach grösser als eine Modelbreite ist,nicht gut damit darstellen. Die Perrotine ist aber eine Maschine, de-ren Anschaffungskosten sich nicht sehr hoch belaufen, und welche fürdas einzelne Muster keine sehr grossen Ausgaben erfordert, da dieHerstellung der Model einfacher ist als bei dem nun zu beschreibendenApparate.
Die grösste Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Massenproductionhat die Walzendruckmaschine. Sie hat dies mit der Schnellpressefür Typendruck gemein. Der Model ist eine Kupfer- oder Bronze-walze von einer Länge die der Breite des Zeugstückes entspricht. Inder Regel ist die Zeichnung in vertiefter Arbeit auf der Walze gegeben,in seltenen Fällen findet sich die Zeichnung in erhabener Manier darauf,in diesen ist die Walze von Holz. Die Herstellung der Zeichnung aufder Walze geschieht nicht mehr durch directes Graviren, wie es in denersten Zeiten dieser Erfindung der Fall war, sondern durch Druck, dervon gravirten gehärteten Stahlwalzen ausgeht. Man gravirt denjenigenTheil einer Zeichnung der auf eine gewisse Farbe kommt auf einekleine weiche Stahlwalze ein, deren Umfang in demjenigen der grossenKupferwalze so aufgeht, dass beim Wälzen der einen über die andereimmer dieselben Stellen sich decken, deren Länge ferner in derjenigender grossen Walze sich ohne Rest theilen lässt. Nach der Gravirungwird die Molette gehärtet, d. h. sie wird, nachdem sie geschützt vorOxydation zum Rothglühen gebracht worden, rasch abgekühlt.
Sie heisst Matrize. Was sie in vertiefter Arbeit erhält, wird nunzuerst auf eine weiche Stahlwalze von genau denselben Dimensionenabgedrückt, so dass es auf dieser erhaben erscheint. Dies geschiehtdurch Einspannen der beiden Walzen mit genau parallel gestelltenAxen in eine Maschine, die einem Drehstuhl ähnlich ist, und Drehender einen derselben an der sie der ganzen Oberfläche nach berühren-den fest angedrückten, anderen vorüber, wodurch letztere das Bild derersteren aufnimmt. Diese zweite Walze, Patrize, wird nun ebenfallsgehärtet und in ähnlicher Weise unter starkem Druck über die Kupfer-walze hingeführt, wie e» mit den beiden kleinen Walzen geschah, sodass das auf der Patrize erhaben gegebene Bild auf der Kupferwalzevertieft erscheint.
Man begreift, dass dies Verfahren weit wohlfeiler zu stehen kommt,als wenn die ganze Fläche der grossen Kupferwalze mit dem Grab-stichel zu bearbeiten wäre, andererseits aber auch, dass es nur für Mustersich anwenden lässt, die auf kleiner Fläche wiederkehren. Die Her-stellung der Kupferwalzen geschieht manchmal auch auf andere Art,nämlich durch den sogenannten Pantographen eine Art Storchschnabel,der das verkleinerte Dessin ins Grosse überträgt, und mit einer Guillo-chirmaschine in Verbindung gesetzt ist. Auch eine Vorrichtung ähnlichdem elektrischen Schreibtelegraphen hat man zu Hülfe gezogen, umeinzelne Stellen einer sich drehenden Metallvvalze mit mechanisch ge-führten Grabsticheln zu graviren, andere unangegriffen zu lassen.
Der Dienst der gravirten Kupferwalze ist folgender: Sie liegt, indem Gestell der Maschine horizontal und parallel mit einer anderenWalze von ähnlichem Durchmesser, die mit Tuch überzogen ist und in