Zeuadruck.
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Zur Aufnahme der verdickten Farbe oder Beize dienen Model oderFormen, von welchen sie vermöge der Adhäsion auf d>>n Stoff abge-geben — abgeklatscht werden.
Ein Muster von z. B. sechs Farben erfordert sechs verschiedeneModel, die unter einander genau rapportiren müssen, damit die einzel-nen Farben an die Stellen, welche die Zeichnung verlangt, übereinan-der oder nebeneinander fallen, wenn die Model successiv auf den Stoffabgedruckt werden. Die Zeichnung stellt auf dem Model entwederden erhabenen Theil dar, und in diesem Falle liegen die von Farbeleer bleibenden Stellen ziemlich tiefer, wenigstens 1 bis 2'" unter denerhabenen Flächentheilen. Diese Model haben also Aehnlichkeit mitdem Holzpflock der Xylographen. Oder es wird die Farbe von ver-tieften Modeltheilen aufgenommen und von diesen auf das Zeug ab-gegeben, während die von Farbe verschont bleibenden Flächentheiledes Models glatt und erhaben sind, das ist die Kupf'erdruckmanier.
Hinsichtlich des Materials hat man zu unterscheiden: 1. Holz-model, und zwar sind dieses reine auf dem Wege der Holzschnitzerei er-zielte nur aus Holz bestehende Formen, oder: 2. Stippelmodel, Stip-pelformen, wenn feinere Partien der Zeichnung durch in den llolz-flock gleich tief eingeschlagenen Messingstifte Ringe, Bändchen,Kreutzchen etc. hervorgebracht werden, so dass die Köpfe dieser ver-schieden geformten Messingstückchen genau in der gleichen Ebene liegen.Es kommen 3. gemischte Formen vor, auf welchen breitere Par-tien der Zeichnung in Holzschnitt, die feineren aber durch solcheStifte etc. hervorgebracht werden, die man zwischen jene eintreibt.4. Kommen Holzmodel vor, auf welche die Zeichnung in Tafeln, Stereo-typplatten ähnlich, aus leichtflüssiger Legirung von Zinn und Wismuthaufgenagelt wird das sind Perrotin eformen. Es sind die Modelaber häufig auch aus reinem Metall gebildet und zwar sind es 1. ebenePlatten {Planche platc) in der Manier des Kupferstechers mit dem Grab-stichel gearbeitet, oder es sind 2. Walzen, auf die ebenfalls in vertief-ter Arbeit die Zeichnung aufgetragen ist.
Mit dem letzteren ist schon angedeutet, dass auch hinsichtlich derGestalt Unterschiede in den Modeln stattfinden. Dieselben sind flachoder cylindrisch. Die flachen Model werden senkrecht gegen das Zeug-stück geführt, dann zurückgezogen, um neue Farbe aufzunehmen, siewirken also absetzend, intermittirend, während die walzenförmigen Mo-del auf einer Seite Farbe aufnehmend, auf der anderen abgebend überdas Zeugstück hingleiten, daher ununterbrochen wirken.
Um zu den für die Colorirung eines Zeugstückes nöthigen Modelnzu gelangen, werden zwei wesentlich verschiedene Thätigkeiten in An-spruch genommen: die des Zeichners (Dessinateurs) und des Model-stechers. Das Muster wird von ersterem auf Papier entworfen und colorirt,oft geschieht letzteres mehrfach und in verschiedenen Farben, weil diegleiche Zeichnung in verschiedenen Farben verschiedene Effecte hervor-bringen kann, die Anfertigung der Model aber zuweilen sich je nachder Farbenzusammenstellung ändern muss. Zuweilen haben grössereFabriken ihre eigenen Musterzeichner, gewöhnlicher jedoch ist diesGeschäft ein selbständiges und die Muster werden in demselben vonden Kattundruckeijien bestellt oder nach Auswahl gekauft. Der Be-steller oder Käufer ist Alleinbesitzer des Musters, und in Ländern, woMusterschutz stattfindet, kann er sich gegen jede Nachahmung sichern.
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