874
Zellgewebe, thierisches.
leu machen, dann vollständig lösen, Jod und Chromsäure sie gelb,Millon's Reagens sie dagegen roth färbt. Kocht man die ganzeMasse des Blastems, so findet sich im Filtrat keine Spur von Leim.Auch die ersten Bindegewebsfasern sollen noch aus Albumin bestehenund erst mit ihrer Weiterentwickelung allmälig ihren chemischen Cha-rakter ändern und Leim liefern.
Quantitative Analysen des Bindegewebes sind nur von der Cor-nea und von der Lederhaut angestellt. His fand in 100 Thln. Horn-haut: Wasser 75,88, feste Stoffe 24,12; in Wasser unlösliche Form-elemente 2,84, leirngebende Substanz 20,38, in Wasser lösliche Salze0,84, unlösliche Salze 0,11. — Wienholt in 100 Thln. Lederhaut:Wasser 57,50, feste Stoffe 42,50, in Wasser unlösliche Formelemente32,53, Albumin 1,54, Alkoholextract 0,83, Wasserextract 7,G0.
Grosse und zahlreiche Veränderungen können die Bindegewebedadurch erleiden, dass bald in ihre Grundsubstanz, bald in ihre Zellen,zuweilen selbst in beiden, Materien eingelagert werden, die nicht we-sentlich zum Begriff des Bindegewebes gehören, und daher hier nurkurz erwähnt werden sollen; es gehören hierher: Einlagerungen vonFettzellen (Fettzellgewebe), Einlagerungen von Knochensalzen (Binde-gewebsknochen, Schuppen gewisser Fische, Schildpatt, Geweihe), Ein-lagerungen von Pigmenten, Ein- und Auflagerungen von kohlensaurenErden und Kieselerde (Kalknadeln der Coralliden, Panzer der Infuso-rien, Muschelschalen etc.).
Eine nähere Erwähnung verdienen die Einlagerungen von Fettzel-len: das Fettzellgewebe. Die Thierfette kommen fast überall, wo sieselbständig und unverseift auftreten, in Zellen eingeschlossen vor, undzwar theils in besonderen Zellen, die dem Bindegewebe nur beigeord-net sind, theils in Zellen, welche nichts anderes sind, als mit Fett er-füllte etwas umgewandelte Bindegewebskörperchen. Der Inhalt derFettzellen besteht nie ausschliesslich aus Fett, doch ist es der vorherr-schende Bestandtheil desselben.
Chevreulfand im Schweinefettzellgewebe eine ekelhaft schme-ckende und riechende Materie, und Chlornatrium nebst anderen Salzen.Nicht selten beobachtet man Krystalle in den Feltzellen , und zwar umso häufiger, je reicher das darin eingeschlossene Fett an festen Fettenist, und je niedriger die Temperatur. Die Krystalle bilden wandstän-dige oder centrale Drusen, zuweilen erfüllen sie den ganzen Zellen-raum. Durch ihre Unlöslichkeit in Wasser und in Säuren , durch ihreLöslichkeit in Aether geben sie sich als Fett zu erkennen. Aetheroder heisser Alkohol entzieht den Fettzellen das Fett und hinterlässtihre Hülle. Durch Essigsäure, Mineralsäuren, Kali wird häufig eintropfenweises Austreten des Fettes bewirkt, ohne dass die Membranverschwindet; zuweilen löst sich dieselbe allmälig auch auf, in anderenFällen widersteht sie hartnäckig.
Mulder und Donders glauben bei den Fettzellen des Schweinesund Schafes zweierlei Hüllen annehmen zu dürfen, von denen die äus-sere in Kali löslich sei und die Zellen untereinander verbinde, wäh-rend die innere sogar SOprocentiger erhitzter Kalilauge und kochenderEssigsäure widerstehe. Von freien Fetttropfen unterscheiden sich dieFettzellen dadurch, dass erstere meist am selben Objecte in sehr ver-schiedener Grösse auftreten, häufig zusammenfliesaen, mehr Scheiben