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9 (1864) [U - Z]
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872
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872 Zellgewebe, thierisches.

Salpeter- und Essigsäure einen weissen flockigen im Ueberschuss derFällungsmittel unlöslichen Niederschlag. Die durch die genanntenSäuren erzeugten Niederschläge lösen sich in concentrirter kochenderSalpetersäure mit gelber Farbe auf; in der salpetersauren erkaltetenLösung bewirkt Ammoniak eine tief orangegelbe Färbung. In con-centrirter kochender Salzsäure lösen sie sich ebenfalls, und die Lösungfärbt sich beim Stehen an der Luft allmälig violett. Mit Zucker undSchwefelsäure färbt sich die Substanz an der Luft allmälig roth, dannpurpur- bis dunkelviolett. Die durch Fällung mit Salzsäure aus derKalkwasserlösung gewonnene Substanz mit Wasser sorgfältig ausge-waschen, ist aschenfrei, in Wasser, Alkohol und Aether unlöslich. Aufdem Platinblech verbrennt sie mit dem bekannten Geruch der Albumi-nate. In der salzsauren Lösung der Substanz aber erzeugt Ferrocyan-kalium keine Fällung.

Behandelt man die gereinigte Substanz mit concentrirter Essig-säure, so wird sie etwas durchscheinend, bei grossem Ueberschuss derSäure erfolgt feine Vertheilung; kocht man, so ballt sich das Ungelöstezu grösseren Flocken zusammen. Das klare Filtrat giebt mit Ferro-cyankalium schwache Trübung. In Kali, Natron, Ammoniak und inBarytwasser ist das durch Kalkwasser aus den Sehnen ausgezogeneAlbuminat leicht löslich. Wenn man die hinlänglich gereinigte Sub-stanz in Wasser aufschwemmt und mit einem in Kali getauchten Glas-stabe umrührt, so löst sich sogleich ein beträchtlicher Theil der Sub-stanz auf. Wiederholt man nach einiger Zeit den Zusatz von Kali undfährt damit so lange fort, bis nur noch ein kleiner Theil ungelöst ist,so erhält man durch Filtration eine vollkommen neutral reagirende Flüs-sigkeit, aus welcher Essigsäure, Phosphorsäure, Salzsäure und Salpeter-säure die unveränderte Substanz fällen. Weingeist erzeugt einen Nie-derschlag, der in Wasser löslich ist, Gerbsäure eine geringe Trübung,Sublimatlösung bewirkt keine Fällung. Demnach zeigt dieser Körperin seinem Verhalten gegen Reagentien Abweichung von allen bisherbekannten Albuminaten. Ein näheres Studium dieses von Rolletaufgefundenen Körpers wäre wünschenswerth.

Die Zusammensetzung der reinen Grundsubstanz ist unbekannt,da bisher Mittel zu ihrer völligen Reinigung fehlen. Wenn daher dasdurch Wasser, Alkohol und Aether gereinigte Bindegewebe bei derElementaranalyse Zahlen giebt, welche mit den aus Glutin erhaltenenübereinstimmen, so kann dieses Ergebniss nach den Versuchen vonRollet nur so viel beweisen, dass die Zusammensetzung der verschie-denen Elemente des Bindegewebes eine jener des Glutins so ähnlicheist, dass dadurch das Gesammtresultat nicht wesentlich alterirt wird,oder dass die Hauptmasse des Bindegewebes: die leimgebende Grund-substanz, dem Glutin wirklich isomer ist, und die Gemengtheile vonabweichender Zusammensetzung so sehr zurücktreten, dass sie auf dasResultat der Analyse keinen merkbaren Einfiuss äussern.

Nach den Untersuchungen von Virchow, v. Wittich und Hisbilden die geformten durch hohle Ausläufer unter sich anastomosirendenZellen der Bindegewebssubstanz ein grosses zusammenhängendes Höh-len- oder besser Röhrensystem, mit einer eigenthümlichen Flüssigkeitgefüllt. Lässt man in Sehnen Indigochromogen durch Capillarität auf-steigen, so findet man an den hernach getrockneten und mit Essigsäureaufgequollenen Präparaten in den mit dem Längsdurchmesser der Seh-