Zeichendinte. — Zein.
869
Mit diesen chemischen Zeichen drücken wir die einfachen und zu-sammengesetzten Körper aus, welche Elemente die letzteren enthalten,in welchen Quantitäten, und wie wir uns dieselben gruppirt denken,und po entstehen dann die empirischen und rationellen chemischen For-meln (vergl. d. Art. Atomgewichte, Tabelle, Bd. II, 1, S. 515
2. Aufl.; Formeln, chemische, Bd. III, S. 174, Typentheorie,Bd. VIII, S. 674). Diese Bezeichnungsweise hat alle früheren als vielunvollständiger ganz ausser Anwendung und gänzlich in Vergessenheitgebracht. Fe.
Zeichendinte nennt man gewöhnlich die Dinte zum Zeich-nen der Wäsche, meistens Silberlösung (s. unter Dinte 2. Aufl. Bd. II,
3, S. 475 und unter Silber Bd. VII, S. 171 u. 401); nach Kindtwird in Ostindien dazu der Saft der ostindischen Elephantenläuse (s. d.A. 2. Aufl. Bd. II, 3, S. 763) benutzt.
Zeichenschiefer, Zeichnenschiefer, seh war ze Krei-de, Schiste graphique, Black Chalk, durch Kohlenstoff' schwarz gefärbter,mehr oder weniger fester bis erdiger Schieferthon und Thonschiefer.
K.
Zeilanit s. Spinell, schwarzer, oder Pleonast.
Zeilitho'id, syn. Getreidestein oder Bierstein(s. d. Art. 2. Aufl. Bd. II, 1, S. 1096).
Zeiodelit. So wird ein Gemenge von Schwefel und Glas-pulver bezeichnet, welches man erhält, indem in 20 Thln. geschmolze-nem Schwefel etwa 24 Thle. feines Glaspulver eingerührt werden. DieMasse ist nach dem Erkalten graugelblich, von etwa 2,05 speeif. Ge-wicht, sie soll Glas ritzen und bei 135°C. schmelzen, widersteht derEinwirkung von Säuren. Rabe 1 ) schmilzt 1 Thl. Schwefel bei etwa140° C. und rührt fast 2 Thle. trockene Infusorienerde hinein.
Der Zeiodelit kann als Kitt für Stein, Metall u. dgl. benutzt wer-den, sowie zur Darstellung von Abgüssen statt Gyps oder Schwefel;ferner als Material für Buchdruckerlettern für Stereotypplatten, über-haupt zu Platten, zu Statuen und Reliefs, für Schleifsteine, selbst alsErsatz für Blei bei Construction von Bleikammern. Durch Zusatz vonFarbstoffen lässt er sich beliebig färben (A. Vogel 2 ). Fe.
Zein. Ein Stickstoff haltender Bestandtheil des Maismehls (vonZea Mays). Gorham 3 ) hatte angegeben, dass beim Auswaschenvon MaismeM mit Wasser, eine dem Weizenkleber ähnliche Masse zu-rückbleibe, er nannte diese Zein, sie ist nach ihm gelb weich zähe, lös-lich in Alkohol, zum Theil auch in Aether und in Terpentinöl; in Säu-ren und Alkalien ist sie wenig löslich; er meint sie sei stickstofffrei.Nach Bizio besteht dieses Zein aus 43,4 Gliadin, 36,5 Zymom und20,0 fettem Oel.
Stepf 4 ) erhielt beim Auswaschen von Maismehl mit Wasser keinedem Weizenkleber ähnliche Masse; durch Ausziehen des Mehls mit
%e^
!) Polyt. Centralbl. 1864, S. 352. — 2 ) Buchn. N. Repert. Bd. XII, S. 294. —3) Berzelius' Jahresber. Bd. II, S. 124. — *) Journ. f. prakt. Chem. Bd. LXXVI,S. 88; Chem. Centralbl. 1859, S. 626.