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9 (1864) [U - Z]
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Wachs, gewöhnliches.

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Wachs enthält keine Glyceride wie Talg; reines Wachs giebt da-her beim Verseifen kein Glycerin noch bei der trockenen DestillationAcrolein; diese beiden Producte lassen sich aber aus Talg haltendemWachs darstellen; nur ist hier zu bemerken, dass auch bei der trocke-nen Destillation von reinem Wachs sich ein Geruch zeigt, der anAcrolein erinnert, wenn er auch viel schwächer ist. Der Gehalt desTalgs an Olein dient auch zur Erkennung, indem bei der Destillation vonsolchem unreinen, aber nicht bei reinem Wachs sich Sebacylsäure bildet.

Gottlieb untersucht das Wachs, indem er es durch Kochen mit6 bis 7 Thln. Kalilauge von 1,2 specif. Gewicht verseift, den Seifen-leim durch Kochen mit verdünnter Schwefelsäure vollständig zersetzt,und die abgeschiedenen Fettsäuren dann durch Erhitzen mit Bleiglättein Bleisalz verwandelt und dieses mit Aether auszieht; war Talg vor-handen, so enthält die Lösung ölsaures Blei; die Lösung wird mitSalzsäure und Wasser zersetzt und die ätherische Lösung dann abge-dampft; die Beschaffenheit des Rückstandes, sein Verhalten gegen Pa-pier, auf dem es einen Fettfleck macht, dann das Verhalten der Lösungin Ammoniak gegen Chlorcalcium, das es fällt, lassen auf Oelsäure unddaraus auf Talg schliessen.

Da Talg bei seiner Verseifung weniger Oelsäure als feste Fettsäurengiebt, so erscheint es zweckmässig, durch Nachweisung der letzterenauf Talg im Wachs zu schliessen. Man kocht zu dem Ende 2 Grm.Wachs mit 100 Cubikcentimeter Natronlauge, welche 0,4 Grm. Natron-hydrat NaO .HO (in 1 Liter also 4 Grm. Natronhydrat d. i. 1 j 10 Lösung,s. Analyse vol. für feste Körper, Bd. I, S. 907) enthält, etwa 2 bis 3Minuten, übersättigt dann mit Säure, erwärmt bis zur vollständigen Zer-setzung der etwa gebildeten Seife und lässt dann erkalten. Das Wachswird dann abgenommen und durch Auskochen mit Alkohol, Erkalten-lassen und Versetzen des Filtrats mit Wasser untersucht wie oben beiUntersuchung auf Stearinsäure angegeben ist; das Abscheiden von Fett-säureflocken durch Wasser lässt hier auf Talg schliessen (Fehling).

Wenn dem Bienenwachs etwas japanisches Wachs zugesetzt seinsollte, so müsste dieses wie Talg aufgesucht werden; die Gegen-wart von Glycerin bei Abwesenheit von Oelsäure (da das JapanwachsPalmitin aber kein Olein enthält) Hesse auf Japanwachs schliessen.Bienenwachs lässt beim Schütteln mit 50 Thln. Aether etwa 50 Proc,Pflanzenwachs 5 Proc. unlöslichen Rückstand. Robineaud 1 ) benutztdieses Verhalten, um aus der Menge unlöslichen Rückstand auf dieBeimischung von Pflanzenwachs zu schliessen. Da die Gewinnung vonParaffin grössere Ausdehnung angenommen hat, so kann auch dieseswohl zur Verfälschung von Wachs benutzt werden; man entdeckt dieseBeimengung durch Erhitzen desfraglichen Wachses bis zum Schmelzenmit einem Ueberschuss von rauchender Schwefelsäure, nachdem dieGasentwickelung nur noch gering ist, lässt man erkalten; war das Wachsrein und hatte man genug Schwefelsäure genommen, so ist die Masseflüssig, war Paraffin beigemengt, so hat dieses sich jetzt auf der Ober-fläche erstarrt als durchscheinende Schicht abgeschieden. Da ein Theildes Paraffins (etwa x /io) hierbei auch zersetzt wird, so erhält mannicht die ganze Menge desselben (Landolt 2 ).

l) Dingl. polyt. Journ. Bd. CLX, S. 402; Chem. Centralbl. 1861, S. 412. —2 ) Dingl. Polyt. Journ. Bd. CLXTII, S. 180.