Wachs, gewöhnliches. ol9
Gottlieb 1 ) erkennt die Stearinsäure im Wachs, indem er dasWachs mit 8 Thln. Alkohol 10 bis 12 Minuten kocht, die erkalteteMasse filtrirt, und das Filtrat eindampft; reines Wachs giebt unkry-stallinisches weiches Cerolei'n; aus Wachs, welches nur 5 bis 6 Proc.Stearinsäure enthält, ist der Rückstand krystallinisch.
Am sichersten unterscheidet Cerotinsäure sich von der Stearin-säure durch die grössere Löslichkeit der letztern in kaltem Alkohol von80 bis 85 Proc; kocht man das zu untersuchende Wachs 4 bis 5 Mi-nuten mit 20 Thln. Alkohol, lässt die Flüssigkeit mehrere Stunden ste-hen und vollständig erkalten, so trübt das klare Filtrat von reinemWachs sich auf Zusatz von Wasser nicht oder kaum; enthielt dasWachs aber auch weniger als 1 Proc. Stearinsäure, so zeigte sich diesedurch die Abscheidung von Fettflocken aus dem Filtrat auf Zusatz vonWasser. In gleicher Weise lässt sich auch die Gegenwart von Harzim Wachs erkennen (Fehling).
Nicht selten wird Wachs besonders gebleichtes mit Talg ver-fälscht. Ein grösserer Gehalt davon lässt sich wohl durch Weichheitund Schmierigkeit, durch den verschiedenen Bruch, durch den Ge-schmack, durch den unangenehmen Geruch beim Erhitzen auf glühen-den Kohlen erkennen; ist der Gehalt an Talg weniger als etwa 1 / 5 sogeben diese äusseren Eigenschaften nicht mehr Anhaltspunkte zursicheren Entscheidung der Frage. Man hat versucht, den Zusatz anTalg durch die physikalischen Eigenschaften zu entdecken. Lepagehat die Schmelzpunkte von reinem Wachs und von Mischungen dessel-ben mit Talg bestimmt.
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Da Wachs und namentlich Talg keinen Constanten Schmelzpunktzeigt, da genaue Temperaturbestimmungen nicht so einfach sind, unddie Temperaturunterschiede auch bei grossem Talggehalt nicht bedeu-tend, so ist diese Untersuchungsmethode wenig zuverlässig und em-pfehlenswerth.
Dasselbe gilt von der Untersuchung durch das specifische Gewicht,wie Legrip es vorschlägt, nach dessen Angaben das specif. Gewichtbei 15°C. von:reinem Wachs = 0,9670 j 1 Wachs und 3 Talg = 0,9496
3 Wachs und 1 Talg = 0,9627 I Reinem Talg — 0,9430
1 „ „ 1 , = 0,9565 j (
Die Dichtigkeit bestimmt Legrip durch Schwimmen in wässeri-gem Alkohol, indem Alkohol von 0,943 specifischem Gewicht am Gay-Lussac'schen Alkoholometer 46°, Alkohol von 0,967 aber 29" zeigt.
i) Polizeii-Chem. Skizzen Bd. I, Leipzig 1853.
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