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9 (1864) [U - Z]
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314 Wachs, fossiles. Wachs, gewöhnliches.

Wachs, fossiles, syn. Ozokerit oder Erdwachs,s. unter Harze, fossile, Bd. III, S. 827.

Wachs, gewöhnliches, Bienenwachs, Gera. Als Wachsbezeichnet man die Masse, mit welcher die Bienen ihre Zellen bauenzur Aufnahme der Eier und des Honigs; dieses Product schwitzt zwi-schen den Bauchringen der Thiere aus und sammelt sich hier in klei-nen sich ablösenden Lamellen an. Man hat früher vielfach angenom-men, dasa die Bienen das Wachs als solches schon mit ihrer Nahrung auf-nehmen, und dass es daher einfach von ihnen wieder als Educt abgeschie-den werde; nach Dumas sollte überhaupt alles Fett der Thiere von ihnenschon als solches aufgenommen werden, es sollte kein Fett im Thier-körper aus anderen Nahrungsstoffen entstehen können; Liebig u. A.bestritten diese Ansicht und nahmen die Bildung von Fett aus Zucker,Stärkmehl u. s. w. au. Schon früher von Huber l ) in Genf angestellteBeobachtungen sprechen für letztere Annahme, indem sie zeigten, dass mitreinem Honig gefütterte Bienen fortfahren Wachs zu secerniren, was durchneue Beobachtungen von Gundlach u. A. und zuletzt namentlich durchVersuche von Milne-Edwards und Dumas selbst bestätigt wurde.

Die Bienen haben also die Fähigkeit Zucker und andere Stoffe,die sie au* den Pflanzen aufnehmen, in ihren Körpern in Wachs um-zuändern, so dass also das Wachs ein wirkliches Thiersecrct ist.

Um das Wachs darzustellen, lässt man aus den zerschnittenenWaben den Honig abfliessen, presst den Rückstand aus, schmilzt ihnin kochendem Wasser um und giesst ihn in Tafeln oder BrodeWachs-brode oder Wachsböden". Das durch wiederholtes Umschmelzen inW T asser gereinigte Wachs ist gelblichweiss (Jungfernwachs, Cirevierge) bis dunkelgelb, meistens hellgelb, es ist das gelbe Wachs (Ceracitrina oder Cera flava). Das gelbe Wachs riecht schwach gewürzhaft;sein specif. Gewicht ist 0,96, sein Schmelzpunkt wird zu 62° bis 63° C.angegeben. Das gelbe W r achs enthält gelben Farbstoff, den es aus demHonig aufgenommen hat, denn die Zellen, welche noch keinen Honigenthalten, geben beim Schmelzen mit Wasser weisses Wachs. Dergelbe Farbstoff des Wachses lässt sich durch Einwirkung von SauerstoffLicht und Feuchtigkeit zerstören, besonders wenn man das Wachs aufeiner grossen Oberfläche vertheilt feucht der Luft und dem Licht aus-setzt. Das geschieht bei der Wachsbleiche. Da nicht alles Wachssich gleich gut und vollständig bleicht, so setzt man zuerst eine kleineProbe der Sonne aus, um sein Verhalten zu prüfen. Man schmilzt danndas Wachs mit Wasser unter Zusatz von etwas Alaun oder Weinstein(etwa 1 / i Proc), rührt gut durcheinander und lässt absetzen. Wenn dasgeschmolzene Wachs sich geklärt hat, lässt man es in einen Blechkastenfliessen, der am tiefsten Punkt mehrere in einer Reihe stehende feineLöcher hat. Durch diese fliesst es in dünnen Strahlen auf eine nasse höl-zerne zum Theil in Wasser liegende "Walze, welche fortwährend gedrehtwird. Wenn das Wasser dabei durch Zufliessen von kaltem Wasser undAbfliessen des heissen Wassers hinreichend kalt erhalten wird, so erhältman das Wachs in dünnen Bändern. Diese werden nun auf grossen Rah-men auf Leinwand oder Drahtnetzen an sonnigen Plätzen der Luft ausge-

x ) Huber, Nouvelles observations sur les abeilles. Gundlach, Katur-geschichte der Bienen, Cassel 1842. Dumas et Milne-Edwards, Compt. rend.f. XVII, p. 531: -Tourn. f. prakt. Chem. Bd. XXXI, S. 5.