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9 (1864) [U - Z]
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294 Vogelleim. A T oglit.

wurde. Bei von Körnern, Getreide u. dergl. lebenden Vögeln fandGorup-Besanez im Mittel 4,84 Proc. Asche worin 1,98 Kieselerde;Kieselerdeprocente der Asche 40 Proc. Bei von Fischen, Fischeiern,Wasseiinsecten lebenden Vögeln im Mittel 2,41 Proc. Asche, worin0,23 Kieselerde; Kieselerdeprocente der Asche 10,5 Proc. Bei vonSäugethieren, Insecten lebenden Vögeln im Mittel 2,16 Proc. Asche,worin 0,64 Kieselerde; Kieselerdeprocente der Asche 27 Proc, bei ver-schiedenen von Insecten, Beeren lebenden Vögeln im Mittel 2,62 Proc.Asche, darin 0,75 Kieselerde; Kieselerdeprocente der Asche 27 Proc.Am reichsten an Kieselerde erwiesen sich die Federn des Haushahnsund der Schleiereule (50 und 46 Aschenprocente). Bei alten Thierenist der Kieselerdegehalt der Federn bedeutender als bei jungen; auchist die Art der Federn darauf von Einfluss. Gorup-Besanez hat auchdarauf aufmerksam gemacht, dass die Asche von Vogelfedern ein nichtseltenes Ingrediens der Recepte zu Polirpulvern sei. G.-B.

VOgelleim. Der gewöhnliche Vogelleim ist eine unreineharzige Substanz, die stark klebend ist und an der Luft nicht austrock-net, daher ihre Eigenschaft Vögel festzuhalten. Der Vogelleim enthältdas so genannte Viscin (nach Reinsch Viscautschin) neben anderenHarzen und Pflanzenstoffen. Der Vogelleim wird gewöhnlich aus denMistelbeeren dargestellt, diese werden im März mit Wasser gekochtbis sie platzen, durch Schlämmen mit kaltem Wasser werden die Hül-sen entfernt, wo dann Vogelleim zurückbleibt. Man kann den Vogel-leira in ähnlicher Weise aus der Rinde der Mistel und ebenso aus derder Stecheiche {Hex aquifoliwin) darstellen. Nach Macaire soll dieRinde einige Stunden mit Wasser zu einem Brei gekocht werden, denman dann in zugedeckten Gefässen an einem massig waimenOrt meh-rere Wochen stehen lässt. Wird die Masse dann mit Wasser zu einemBrei gestossen, den man stehen lässt, so erhält man beim Abwaschenden Vogelleim.

Der Vogelleim ist eine dicke grünliche zähe Masse, die in Aetherund ätherischen Oelen sich löst und an der Luft in dünnen Lagenlangsam austrocknet. Als künstlicher Vogelleim wird wohl stark ein-gekochtes Leinöl (Buchdruckerfirniss) benutzt. Fe.

Vogelnester, essbare, s. unter Salangana-Schwalbe.

Vogesensäure nannte John zuerst die Traubensäure(s. Bd. VIII, S. 980).

VOgllt, von Joachimsthal in Böhmen, enthält, nach Lind-aeker 1 ), 37,0 Uranoxydul, 14,09 Kalk, 8,40 Kupferoxyd, 26,41 Koh-lensäure, 13,9 Wasser und bildet krysfallinisch-schuppige Aggregateals Ueberzüge und Anflüge auf Uranin. Nach W. Haidinger lassen.sich rhomboidische Blättchen von 100° und 80° erkennen, die an Gyps-formen erinnern. Der Voglit ist smaragdgrün bis lebhaft grasgrün,hat blassgrünen Strich, ist perlmutterartig glänzend, durchscheinend,milde, zerreiblich. Im Kolben erhitzt giebt er Wasser, ist vor demLöthrohre unschmelzbar, färbt in der Platinzange die Flamme grün,besonders nach dem Befeuchten mit Salzsäure. Die Boraxperle der

!) Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. Bd. IV, S. 222.