Vogelbeeren. — Vogelfedern. 293
mit traubiger Oberfläche bildet, in deren Mitte bisweilen noch einSpinellkrystall als Kern sitzt. In seinem Verhalten vor dein Löthrohre,gegen Säuren und nach der Zusammensetzung ist er dem Völkneritbeizuzählen, ist weiss, bläulich oder röthlich weiss, perlmutterartigglänzend bis schimmernd, hat die Härte = 2,5 und das speeifischeGewicht — 2,02 bis 2,03. K.
Vogelbeeren. Die Früchte von Sorbits atteiqxiria (s. Bd.VIII, S. 66.
Vogelbeeröl, syn. Parasorbinsäure (s. unter
Sorbits aiiciiparia, Bd. VIII, S. 66.)
Vogelbeersäure, syn. Aepfelsäure ( s . 2. Aufl. Bd.I,S. 172).
Vogelfedern 1 ). Die Federn der Vögel gehören histologischdem sogenannten Horngewebe an und stimmen nach Schwann in ih-rem Baue mit den Haaren überein. Schaft und Nebenschäfte bestehenaus einer faserigen Rinde und zelligen Marksubstanz; letztere ist luft-erfüllt. Die Federfahne besteht aus den Strahlen, deren jeder aus einerReihe von verlängerten Hornzellen gebildet wird, die letzten Zelleneines jeden Strahles laufen in lange Spitzen aus; die untersten amSchaft aufsitzenden Zellen des Strahles sind scheidenartig erweitert.Das chemische Verhalten der Vogelfedern ist das der Horngewebe;erwähnenswerth ist die von Leyer und Koller beobachtete That-sache, dass mit Wasser in zugeschmolzenen Röhren erhitzt die Federnsich vollständig auflösen. Mit verdünnter Schwefelsäure längere Zeitgekocht liefern sie Leu ein undTyrosin (Leyer und Koller). Sche-rer hat die Federn der Elementaranalyse unterworfen, und zwar Spuleund Federfahne getrennt. Die Spule gab 50,4 bis 52,4 Proc. Kohlen-stoff, 7,1 Proc. Wasserstoff', 17,17 Proc. Stickstoff, und 24,7 Proc. Sauer-stoff und Schwefel; die Federfahne 52,4 Proc. Kohlenstoff, 7,2 Proc.Wasserstoff, 17,9 Proc. Stickstoff, und 22,8 Proc. Sauerstoff und Schwe-fel. Das Pigment der Federn ist nach Bruch innerhalb der Strahlen-zellen enthalten, und erscheint unter dem Mikroskop allemal braun oderschwarz; Chlor entfärbtes; weisse Federn enthalten keine Pigment-körner. Die schillernden Farben so wie alle anderen Färbungen ausserGelb, Braun und Schwarz sind entoptische Farben, denen das braunePigment zur Folie dient. Essigsäure vernichtet den Glanz und Schil-ler der Federn. Bogdanow 2 ) hat Untersuchungen über mehreresolcher Farbstoffe augestellt (siehe Zoom elanin und Zooxan-thin). v. Gorup-Besanez machte zuerst auf den bedeutenden Kiesel-erdegehalt der Vogelfedern aufmerksam, welcher bald von Henne-berg bestätigt wurde. Quantitative Bestimmungen des Kieselerde-und Aschengehalts der Vogelfedern wurden von v. Gorup-Besa-nez in grösserer Anzahl ausgeführt, wobei auf die Art der Nahrung,das Alter der Thiere und die Art der Federn Rücksicht genommen
!) Literatur: Schwann, Mikroskop. Untersuch. S. 194. — Leyer u. Kol-ler, Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LXXXIII, S. 332. — Scherer, ebendas.Bd. XL, S. 61. — Brich, über das körnige Pigment, S. 21. — v. Gorup-Besa-nez, Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LXI, S. 46; Bd. LXVI, S. 321. — Henne-berg, Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LXI, S. 261.
2) Compt. rend. T. XLV, p. 688: T. XLVI, p 780.
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