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9 (1864) [U - Z]
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Viscinol. — Viscinsäure.

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unlösliche gelblichbraune Körper wird mit Aether etwa 12 Stundenbei gewöhnlicher Temperatur macerirt; dieses Ausziehen wird 5 bis6 Mal wiederholt. Der durch Verdampfen der ätherischen Auszügebleibende Bäckstand wird nach vollständigem Verjagen des Aethersmit kaltem Alkohol durchgeknetet, und wenn dieser nichts mehr auf-nimmt, einige Tage unter öfterem Durchkneten mit Wasser |n Berüh-rung gelassen. Wird die unlösliche Masse nun bei 120°C. getrocknet,so soll der Rückstand reines Viscin sein von der ZusammensetzungC^o^aOs- Es ist klar farblos, fast geruchlos und geschmacklos, beigewöhnlicher Temperatur von Honigconsistenz, lässt sich nicht zu sehrzähen Fäden ausziehen, vom specifischen Gewicht des Wassers ; es wirdbei 30° C. flüssiger, bei 100° C. ist es flüssig wie Mandelöl und machtauf Papier einen Fettfleck.

Das Viscin reagirt schwach sauer; Verbindungen sind nicht dar-gestellt.

Durch trockene Destillation wird das Viscin unter einem von210°C. bis über 275°C. steigenden Siedpunkt zersetzt; es geht zuerstein dünnflüssiges Oel über, später ein grünliches Oel und dann einebutterähnliche krystallinische Masse; in der Retorte bleibt ein schwar-zer asphaltähnlicher Rückstand.

Das zuerst übergegangene sehr dünnflüssige gelbliche Oel hatReinscli Viscen genannt; es riecht brenzlich, reagirt sauer, hat einspecif. Gewicht von 0,85 und destillirt bei 226°C. fast vollständig über.Mit Natronlauge gemischt erstarrt es zu einem krystallinischen Brei,der mit Wasser destillirt ein angenehm riechendes Oel Viscinolgenannt giebt; das unrein zurückgebliebene Natronsalz enthältViscinsäure, diese Säure ist ein Oel von schwachem der Angelika-säure ähnlichem Geruch, stark sauer reagirend; das Natronsalz dieserSäure ist krystallinisch butterartig, es ist nicht löslich in Wasser, aberziemlich leicht löslich in Weingeist.

Der in Alkohol und Aether unlösliche Bestandtheil des rohenViscins enthält Viscautschin; um es zu reinigen wird der Rückstandwiederholt mit rectificirtem Terpentinöl behandelt, wobei Pflanzenfaserund eine braune flockige Masse zurückbleibt; die Lösung in Terpentinölwird mit Wasser versetzt abgedampft; der klare gelbliche Rückstandwird nun in Aether gelöst (worin er jetzt löslich ist); der Aether wirdverdampft und der Rückstand wiederholt mit Weingeist ausgewaschenund dann bei 120°C. getrocknet.

Das Viscautschin hat die Zusammensetzung C 8 H s 0 (nach Reinsc heine Verbindung von Cautschuk C s H 7 mit Wasser) einen schwachenGeruch, ist fast geschmacklos, von 0,978 specif. Gewicht; es ist ausser-ordentlich zähe, klebend wie frisches ßaumwachs und elastisch, es lässtsich zu sehr feinen Fäden ausziehen; bei 120°C. hat es die Cousistenzvon Baumöl. Das Viscautschin ist die Substanz, welche dem Vogel-leim seine klebende Eigenschaft ertheilt. Das rohe Viscin enthält etwa0,5 Viscin, 0,2 Viscautschin und 0,3 wachsartige Substanz. Fe.

VlSCinol. Ein indifferentes Oel durch Zersetzung von Viscinerhalten (s. oben),

Viscinsäure nennt Reinsch ein Product der trockenenDestillation von Viscin (s. oben).