Viscautschin.
Viscin.
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winnung des Fetts werden die Mandeln von der Schale befreit, zueinem Teig zerstossen und mit Wasser ausgekocht. Das Fett ist gelb-lich, schmilzt bei 40° bis 50°C, löst sich in Alkohol und Aether, zumTlieil in Ammoniak; von Kali wird es schwierig vollständig verseift.Eine nähere Untersuchung fehlt (Bonastre 1 ).
Viscautschin nennt Reinsch den in Alkohol und Aetherunlöslichen Theil des rohen Viscins, nach ihm der Hauptbestandtheildes Vogelleims (s. S. 286).
V i S C e n. Ein durch trockene Destillation von Viscin erhaltenesOel (s. S. 286).
V IS ein hat Macaire zuerst eine Substanz genannt, welche denklebrigen Bestandtheil der verschiedenen Theile der Blätter und Stengelnamentlich der Beeren der Mistel {Viscum album) ausmacht und denHauptbestandtheil des sogenannten Vogelleims bildet. Dieser nochunvollständig untersuchte Körper ist nach Macaire in dem F'rucht-boden und Blüthenhüllen von Atractylis gummifera enthalten; nachB ouillon-L agr ange in der Rinde von Hex aquifoliam, nachNeesvon Esebeck in dem Milchsaft von FidlS religiosa, nach Vauque-1 in in dem klebrigen Ueberzug der Zweige von Bobinia viscosa.
Nach Macaire enthalten die Pflanzen das Viscin nicht fertig ge-bildet, sondern es entsehe erst durch Gährung; sonst wird gewöhnlichangenommen, dass der Körper fertig gebildet darin sei.
Zur Darstellung des sogenannten Viscin wendet man die genanntenPflanzenstoffe an, besonders die weissen Beeren von Viscum album,diese werden mit heissem Wasser zerquetscht und abgeseiht. Reinschzerquetscht die feingeschabte Rinde der Mistel und knetet sie wieder-holt mit Wasser so lange dieses noch etwas löst; es bleibt Viscin zu-rück gemengt mit Holzfaser, die sich zum Theil mechanisch entfernenlässt. Man kann die Substanzen auch mit Aether lösen, den Auszugabdampfen und den Rückstand mit Alkohol und Aether behandeln, umdie darin löslichen Bestandtheile zu entfernen.
Nach Macaire 2 ) enthält die Substanz 75 Kohlenstoff, 9 Wasser-stoff und IC Sauerstoff; sie ist klebrig halb durchscheinend, trocknetnicht an der Luft, löst sich nicht in Wasser, Alkohol löst nur einenkleinen Theil auf; dagegen löst sie sich in Aether oder Terpentinöl,beim Verdampfen bleibt sie stark klebend zurück. Fette Oele wirkennicht darauf ein. Durch Erhitzen lässt das Viscin sich entzünden.Durch kaustisches Kali wird es gelöst; durch concentrirte Salpeter-säure oder Schwefelsäure wird es zerstört.
Reinsch s ) erhielt rohes Viscin aus der Rinde von Viscum albumals eine gelbe sehr zähe und klebende Masse; diese enthielt nebenViscin noch eine in Alkohol lösliche wachsähnliche Substanz und einein Alkohol und Aether unlösliche Masse das Viscautschin.
Zur Darstellung von reinem Viscin wird die rohe Masse einigeMal mit starkem Alkohol ausgekocht; die gelbe Lösung hinterlässtbeim Verdampfen einen gelben wachsähnlichen Körper. Der in Alkohol
') Journ. de pharm. T. XIX, p. 186; Annal. d. Pharm. Bd. VII, S. 49.
2 ) Journ. f. prakt. Chem. Bd. I, S. 415; Berzel. Jahresber. Bd. XV. S. 340.
3) Neues Jahrb. d. Pharm. Bd. XIV, S. 129; Chem. Central«. 1861, S. 145;Jahresbericht lrstiu. S. 5-11.
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