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Viola. — Violantin.
tem und 1 Thl. heissem Alkohol von 90 Proc., in 125 Thln. kaltemund 4 Thln. heissem Aether; es ist in Chloroform, fetten und ätheri-schen Oelen leicht löslich.
Das Vinetin schmilzt bei 139° C. und zersetzt sich in höhererTemperatur.
Das chlorwasserstoffsaure Salz, CgjHg 8 NOn . HGl -f- 4 HO, kry-stallisirt in weissen Warzen; das essigsaure Salz krystallisirt nicht; dasoxalsaure Salz bildet schwerlösliche Krystallnadeln; das salpetersaureSalz enthält 4 Aeq. H 0 und ist schwerer löslich als das schwefelsaureSalz. Fe.
Viola. V. odorata L., das Veilchen. Die Bestandteile dieserPflanze sind höchst unvollkommen untersucht. Die wohlriechendenBlüthen sollen neben dem Farbstoff geringe Spuren ätherisches Oel,zwei Säuren (s. Violensäure), einen brechenerregenden Stoff (sieheViolin), Zucker und andere Stoffe enthalten. Der Farbstoff der Blü-then wird durch Säuren leicht roth durch Basen grün gefärbt. Um denfür sich leicht veränderlichen Farbstoff haltbar zu machen, wird derfrisch bereitete mit reinem Wasser dargestellte Auszug mit hinreichendZucker versetzt erhitzt (der sogenannte Veilchensyrup Syritpus tiolarum,der Apotheken); der wässerige Auszug soll sich auch ohne ZuckerzusatzcODServiren, wenn er in verstopften Flaschen allmälig bis zum Siedenerhitzt wird, und dann luftdicht verschlossen und gegen Licht geschütztaufbewahrt wird (Geiger). Nach Erdmann hält sich ein Auszugder Veilchen mit Essig in kleinen vollgefüllten Flaschen an einem küh-len Ort, und giebt vorsichtig mit Alkali neutralisirt eine schön blaueLösung. Die Blätter und Samen wie die Wurzeln von Viola odoratasollen auch Violin (s. d. Art.) enthalten, die Wurzeln enthalten ausser-dem Stärkmehl, eine gelbfärbende Substanz und andere Stoffe.
Viola tricolor L., welche Pflanze als Herba jaceae officinell ist,enthält einen gelbfärbenden Stoff. Harz, Pflanzenschleim und andereSubstanzen, aber kein Violin (Boullay). Fa.
Violan von St. Marcell in Piemont. woselbst er mit demPiemontit genannten Manganepidot vorkommt, soll nach Plattner'sBestimmung 1 ) ein Silicat von Thouerde, Kalk. Magnesia und Natronsein, welches auch Eisen und Mangan enthält. Es fand sich derb undin undeutlichen stenglig-körnigen Aggregaten, ist nach zwei Richtun-gen spaltbar, wobei die Spaltungsflächen nicht viel von 90° abweichen,ist dunkel violblau, glasartig glänzend, fast undurchsichtig, hat dieHärte = 5,0 bis 6,0 und das speeif. Gewicht = 3,233. Vor dem Löth-rohre schmilzt es ziemlich leicht zu klarem Glase und färbt dabei dieFlamme stark gelb, reagirt mit Borax und Phosphorsalz auf Manganund Eisen, mit Soda auf Mangan und zeigt im Phosphorsalz ein Kie-selskelet. K.
\ lolantin ) nenntBaeyer ein von ihm entdecktes DerivatderHarnsäure, ein dem Alloxantin analoges Product, eine Verbindungvon Dilitursäure mit Violursäure. Formel des trockenen ViolantinsC, 6 H 6 N 6 0 18 ; die kryrtallisirte Substanz enthält noch 8 HO. Das
1) Journ. f. pvakt. Chem. Bd. XV, 8. 329.
2 ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. CXXVII, S. 2 23.