Verzinnen
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gesättigte Lösung von Zinkvitriol, welche er mit verdünnter Schwefel-säure ansäuert, und verbindet mit dem Zinkpol die eisernen Gegen-stände, mit dem Kupferpol eine möglichst grosse Zinkplatte. Person 1 !wendet eine Lösung von 10 Thln. Alaun und 1 Thl. Zinkvitriol in100 Thln. Wasser an.
Um die Dicke der Zinkschicht auf Eisen zu ermitteln, schlägtPettenkofer 2 ) vor, dasselbe in eine Lösung von 1 Thl. Kupfer-vitriol in 12 Thln. Wasser öfter jedesmal 10 Secunden einzutauchen,abzuspülen und abzuwaschen, so lange bis das Zink entfernt undauf dem Eisen sich ein Kupferhäutchen zu zeigen beginnt. Gut ver-zinkter englischer Eisendraht vertrug 26 Eintauchungen, deutscher16 Eintauchungen. Das Zink auf letzterem Draht betrug pro Quadrat-fuss Oberfläche 1 6.2 Grm. Ein Drahtmuster, welches mit nur 3,8 Grm.Zink pro Quadratfussoberfläche überzogen war, zeigte sich schon nachdrei Eintauchungen von Zink entblösst. y.
Verzinnen. Das Verzinnen wird am meisten auf Eisenblechangewandt in der Fabrikation des sogen. Weissbleches, aber auchkupferne, messingene, bleierne und aus Zink gefertigte Waaren über-zieht man nicht selten mit Zinn, um sie gegen Oxydation zu schützen.Das Zinn schmilzt so leicht auf den blanken Metallflächen fest, indemes sich oberflächlich mit denselben legirt namentlich unter Beihülfeirgend eines Mittels, welches befördert, dass die in das geschmolzeneZinn einzutauchende Metallfläche absolut oxydfrei wird, daher findetdie Verzinnung auf nassem Wege nur einzelne Anwendung findet, woes sich darum handelt sehr starke Verdünnung herzustellen.
Um kupferne, messingene oder schmiedeeiserne G-efässe zu verzinnen,welches häufig nur auf der Innenseite stattfindet, reinigt man sorgfältigmit verdünnter Schwefelsäure und Sand oder damit befeuchtetem Sand-stein oder mit dem Schaber. Die gut abgowaschenen und getrock-neten Stücke erhitzt man sofort auf Kohlen bis über den Schmelzpunktdes Zinns, während man gestossenes Colophonium und Salmiak nebstdem erforderliehen Zinn hineingiebt. Das Colophonium schmilzt undschützt die Metallfläche vor Oxydation, der Salmiak nimmt etwa vor-handenes Oxyd auf und hält durch seine Dämpfe ebenfalls die Luft ab.Zu demselben Zweck bedient man sich jetzt wie zum Löthen (s. Bd.IV,S. 938) des von Golfier-Bess eyre zuerst empfohlenen Chlorzink-ammoniums oder auch nur einer concentrirten mit Zink vollständig gesät-tigten Lösung von Zink in Salzsäure. Das Chlorzinkammonium ist inseinem anderthalbfachen Gewicht Wassers löslich. Es nimmt so leichtund vollständig dünne Oxydschichten hinweg, dass man bei der Rei-nigung der Gefässe nicht allzu aufmerksam zu verfahren braucht. So-bald das Zinn geschmolzen, reibt man es mit einem Kork oder einemBausch von Werg auf der ganzen genügend erhitzten Oberfläche einund wischt den Ueberschuss ab.
Bisweilen verwandelt man auch geschmolzenes Zinn durch Schüt-teln in einer hölzernen mit Kreide ausgestrichenen Büchse in Pulver,rührt das feinste davon mit Salmiaklösung zu einem Brei an, den manauf die zu verzinnenden Gegenstände aufträgt, erhitzt sie nun bis zumSchmelzen des Zinns und reibt mit Werg ab.
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') Polyt. Centralbl. 1861, S. 76. — 2 ) Dingl. polyt. Journ. Bd. CXLII, S. 420.