Usnin.
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mit Aether in einem Verdrängungsapparat aus; der Aether wird ab-destillirt und der Rückstand mit Alkohol vermischt, wonach sich beimErkalten die Usninsäure in Krystalleri absetzt. Kochleder und Heldtdigeriren die Flechten mit einem Gemenge von Ammoniak und wasser-haltendem Weingeist; die Flüssigkeit wird nach einigen Minuten ab-filtrirt, mit 1 s Volumen Wasser vermischt und mit Essigsäure neutra-lisirt; die dadurch gefällte Säure wird abgewaschen und aus Alkoholumkrystallisirt.
Stenhouse zieht die Flechten mit Kalkmilch aus und fällt mitSalzsäure.
Hesse zieht die Flechten (Ramalina calicaris, Y'ur. fraxinea undchnaumatica) mit Kalkmilch wie Stenhouse aus, übersättigt mit Salz-säure und kocht kurze Zeit, worauf sich die (Alpha-) Usninsäure kry-stallinisch absetzt; dieser Absatz wird mit Wasser abgewaschen, dannmit Alkohol ausgekochr, worauf der unlösliche Rückstand in kochenderEssigsäure gelöst mit Thierkohle versetzt und filtrirt wird.
Um aus Cladonia rangiferina (Beta-) Usninsäure darzustellen, ziehtHesse die Flechte mit verdünnter Natronlauge aus, die Lauge wirdmit Salzsäure gesättigt; der braune Humussubstanzen haltende Nieder-schlag wird mit Wasser abgewaschen, getrocknet und mit Aether ex-trahirt, die ätherische Lösung wird abgedampft und der Rückstand mitAlkohol versetzt, wonach (Beta-) Usninsäure kryetallisirt, welche ausAlkohol mit Zusatz von Thierkohle umkrystallisirt und gereinigt wird.
Die Usninsäure bildet dünne hellochwefelgelbe Nadeln, die beimReiben sehr stark elektrisch werden; sie werden von Wasser nicht be-feuchtet, sie lösen sich wenig in gewöhnlichem Alkohol selbst beimSieden, sind leicht löslich in kochendem Aether oder Terpentinöl.
Die Usninsäure schmilzt bei höherer Temperatur, die Alpha-Usnin«säure bei 203° C. nach Hesse, 200° C. nach Knop; die Beta-Usninsäurebei 175° C.j dieser verschiedene Schmelzpunkt ist der einzige wesent-liche Unterschied zwischen deu beiden Säuren. Die geschmolzene Usnin-säure ist gelblich harzartig, sie erstarrt beim Erkalten krystallinisch;in höherer Temperatur bildet sich ein krystallinisches Sublimat und einöliges Destillat, welches Beta-Orcein enthält, und ein kohliger Rück-stand. Durch Eisenchlorid und unterchlorigsaures Natron wird dieUsninsäure nicht gefärbt.
Chlor verwandelt die Usninsäure in einen harzartigen Körper;Schwefelsäure löst sie, die gelbe Lösung wird durch Wasser gefällt.Salpetersäure bildet in der Wärme damit ein gelbes Harz. Die Usnin-säure löst sich leicht in alkalischen Flüssigkeiten, die Lösungen färbensich an der Luft dunkelroth, zuletzt fast schwarz, sie enthalten Beta-Orcein neben einem Harz.
Die Usninsäure bildet mit den Basen Salze ; die usninsauren Al-kalien sind in Wasser löslich, die anderen Salze sind darin unlöslich,lösen sich aber in Alkohol; Aether entzieht ihnen Usninsäure. IhreZusammensetzung ist RO . C !6 H 17 Oj 3 nach Hesse, RO.C3 8 H 15 Oi3nach Knop.
Usninsaures AmmoniumoX) d wird durch Einleiten von Am-moniakgas zu in absolutem Alkohol suspendirter Usninsäure erhalten;es bildet nadeiförmige Krystalle.
Usninsaures Baryt, BaO.CaeH^Ü^, wird aus Alkohol l^ry^ta^li-isirt erhalten: die wässerige Lösung färbt sich sehr rasch an der Lilft.n