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Urstoff. — Usnin.
reichlicher Menge krystallinisch ab, worauf es durch Umkrystallisirenaus Weingeist gereinigt wird.
Das Uison bildet farblose seidenglänzende feine Nadeln; sie sindgeschmacklos und geruchlos, lösen sich nicht in Wasser noch in wässe-rigen Säuren oder Alkalien, schwer in Aether oder Alkohol. Das Ur-son schmilzt bei 190° bis 200° C. und erstarrt beim Erkalten wiederkrystallinisch; über den Schmelzpunkt erhitzt ist es nach dem Erkal-ten amorph; noch stärker erhitzt siedet es und scheint sich unzersetztzu verflüchtigen. Fe.
Urstoff s. unter Elemente chemische (2te Aufl.Bd. II, 3, S. 758).
Urtica. Die Brennnesseln Urtica urens und U. dioica L. sindnur unvollständig untersucht. Nach Saladin soll in den Drüsen derEpidermis dieser Pflanzen doppelt-kohlensaures Ammoniak enthalten sein,welches Salz das Brennen verursachen soll; der Saft der Pflanzen ent-hält nach ihm salpetersaures Kali und salpetersauren Kalk; nachBohlig enthält das über dem Kraute destillirte Wasser kohlensauresAmmoniak; nach v. Gorup-Besanez Ameisensäure.
Die gelbliche Abkochung der Blätter von U. urens und U. dioicasoll beim Eintrocknen an der Luft besonders unter Einwirkung vonAlkalien nach Leuchs eine schön smaragdgrüne Farbe geben. BeimGähren des Krautes von U. urens bildet sich ein flüchtiges Oel ein soge-nanntes Fermentol (Bley). Die Samen beider Pflanzen sollen alsHeilmittel bei Ruhranfällen benutzt werden.
Es ist bekannt, dass die Fasern mancher Urtica-Arten brauchbareFasern zu Gewebe geben; die Chinesen sollen namentlich aus den Fa-sern von U. nivea ein feines seidenartiges Gewebe darstellen*).
Lsifur auch Uzifur eine alte Bezeichnung für Zinnober (Kopp).
Usnin 2 ), Usninsäure, eine Flechtensäure, welche wie esscheint nicht selten und in verschiedenen Flechten vorkommt. For-mel nach Stenhouse: CssH^O^ vielleicht C 38 H 16 0 14 , nach HesseC 36 H 18 0 14 . Dieser Körper ward zuerst von Knop entdeckt und unter-sucht; er ward dann weiter von Rochleder und Heldt, später vonStenhouse und zuletzt von Hesse untersucht. Die Usninsäure findetsich in Usnea florida, U. hirta, U. plicata, U. barlata und Eamalinacalicaris, Cladonia rangiferina, Parmelia farfuracea und Evernia prunastriu. a. Das von Thomson aus Parmelia parielina erhaltene Parietinscheint unreine Usninsäure zu sein.
Zur Darstellung der Usninsäure dienen die Flechten, nach StenhouseU.A. besonders die Usnea-Arten, namentlich Usnea florida, dann Cladoniarangiferina; nach ihm sind die Ramalina-Species so wie Evernia prunastriweniger geeignet weil sie harzhaltende schwer zu reinigende Säurengeben. Hesse nimmt Eamalina calicaris (var. fraxinea und chnaumaticd)und Cladonia rangiferina zur Darstellung von Beta-Usninsäure.
Um Usninsäure darzustellen, zieht man nach Knop die Flechte
1) Dingl. polyt. Journ. Bd. LXXXI, S. 160; Bd. CXII, S. 453.
2 ) Knop, Amial. d. Chem. u. Pharm. Bd. XLIX, S. 103; Rochleder undHeldt, ebendas. Bd. XL VIII, S. 12; Stenhouse, ebendas. Bd. LXVIII, S. 97 und114; Thomson, ebendas. Bd. Uli, S. 252; Hesse, ebendas. Bd. CXVII, S. 343;Chem. Centralbl.' 1861, S. 523.