Cap. XXIII. Was nüchterner Speichels. 463
ma, an allen schönen Gemüths-Gaben des Lei-bes, die sich wider Gewvhnheit und herrlicher alsihr Alter mit bringet,erzeigen, denn solche Kinderleben nicht lange, sondern sterben plötzlich.
Das XXIII. Capirel.
Was der nüchterne Speichel der Men-schen würcke?
A>Er Speichel des Menschen, fürnemlich wenn"^er nüchtern ist, und mit keiner Speise nochTranck, vermischet, hat wunderbahre Krafftund Wirckung. Denn er hellet die Flechtenund Ansprung, Blattern und allerlev Krähe.Deßgleichen wo etwan an einem Orche des Men-schen ein giffngThier gekrochen hat, als da sindSpinnen, Mücken, Kröten, oder hat, sie gesto-chen, daß es aufflaufft, so ist nichts bessers, dennnüchtern Speichel darauff geschmieret. Überdlß so tödttt der nüchterne Speichel auch diegiff-tigen Thiere und vertreibet sie.
Welches sonder Zweiffel darum geschicht, daßin dem nüchtern Speichel eine sonderliche Eigen-schafft stecke,welche er theils von der Zähne Unei-nigkeit, cheüs vom bösenGeblüt, und scharffen in-nerlichen Feuchtigkeit bekömmt. Denn die bösenDünste vom Geblüt, oder alle Feuchtigkeit, stei-gen in den Halß und in den Mund und machendem Speichel eine sonderliche Art, daher er baldbitler, bald sauer, bald saltzig, bald süsse schmecket,nicht anders, alsw« nach der innerlichen d^m-plexlnn des Leibes auch dn Schweiß sich ver-andert. Wie es denn auch kömmt, daß etlichenGz 3 keu-