dieser überhaupt zur chemischen Wirkung nothwendig? —Nothwendig ist er zwar nicht; denn es kann eine Ver-änderung des chemischen Verhältnißes des Organismusauch durch die bloße Impression eines Reitzes auf die Or-ganisation und deren Fortpflanzung auf andere, beson-ders sezernirende, Organe geschehen, wie wir dieß amdeutlichsten bey der Wirkung der Gemü.hsaffekten se-hen, welche z. B. die Milch in den Brüsten chemischzersetzen und verderblich machen kann. — Aber daß einsubstantieller Uebergang und zwar mit Beibehaltungihres spezifischen Chalakrers oft wirklich geschieht, laßtsich bey vielen sinnlich beweisen, z. B. beym Kampfer,Moschus, durch den Geruch der Ausdünstung, beymMerkur durch das Amalgamiren al/f die Haut gebunde-ner Gold-und Kupfermünzen. — Doch erleidet wahr«scheinlich jedes Gift bey seinem Eintritt in die organischeSphäre mehr oder weniger Veränderungen ( Assimila-tionen, die Metalle, organische Oxydationen).
Umstände, welche die Wirkung eines Gifts bestim-men unv modifiziren.
1. Die Menge des beygebrachten Gifts. Je mehr,desto stärker sowohl die örtliche als allgemeine Wirkung.Je weniger, desto schwacher die örtliche, aber nicht im-,nier auch die allgemeine Wirkung. Wenn nämlich dieApplikation in geringerer Menge oft und anhaltend wie-derholt wird, so kann ohne bemerkbare örtliche Assek-tion dennoch eine allgemeine Affektion entstehen, die umso eindringender und gefährlicher ist, weil das Gift ausMangel an Reaktion desto fester und ungestörter eindrin-gen , und sich fest fetzen kann. — Der Unterschied derWirkung, den die verschiedene Menge macht, ist so be-deutend, daß sie alle ohne Ausnahme in verminderterMenge Heilmittel wenden können.
2. Die Form der Anwendung.
Ob in konzrntrirler, oder ausgelöster, oderDi ^s.-gestalt, oder in Verbindung mit Stoffen, d-'e die ?