Druckschrift 
2 (1803) Spezielle Therapeutik
Entstehung
Seite
24
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

24

Ich habe mehrere FKe beobachtet, wo auf das Zuheilen duFontanelle immer sehr beschwerliche flechtenartige Ausschläge ent-standen , die nur durch das Wiedereröffuen der Fontanelle zuhebe» waren, und zuletzt deren Unterhaltung nöthig machten.

Eben so ist es, wenn Gicht die Ursache des Exan-thems ist/ und die gichlische Dialhesis schon in die Kon-stitution eingegangen ist, daß sie nicht radikal gehobenwerden kann, »der das Alter, die Schwache des Kran--ken, die erbliche Gichtanlage dieß unmöglich machen.Hier bleibt nichts anders übrig, als diese anomale Gicht-erscheinung in reguläre periodische Gichtanfalle zu ver-wandeln. Durch reguläres Podagra können dergleichenHautkrankheiten völlig geheilt werden. (8. ^rtkritis).

Die Gichtkrankheit zeigt uns überhaupt um deutlichsten den anta-gonistischen oder mestatafischcn Uebergang einer Krankheitsforinin die ai deee, und das Aufheben der einen durch die andere.Statt des Podagra können periodische Salivation , oderSchlkimhustkn, oder gastrische Affektionen, oder vermehrterund sedimentoser Ilrinabgang, oder Stein und Gries, oderNiereiikrankhctt, oder Kautgeschwüre und Hautausschläge ent-stehe», und immer ist ?s eine und dieselbe Krankheil; so wiedas eine Symptom entsteht, verschwindet das andere. Die.gichtischen Ausschläge können zwar sehr verschiedene Formenannehmen, doch rvird man häufig finden, daß sich dabeygleichsam eine erdige, kreiden irtige Materie absondert, die diegrößte Aehnlichkeit mit der Materie in den Gichtknoten und indem erdigen Bodensatz des Urins hat. Ich habe manchenKranken gesehen, bey welchem diese Ausstläze immer dannerschiene», wenn das Podagra weggeblieben war, und ver-schwanden, sobald dieses wieder eintrat.

Dasselbe gilt von der Hamorrhoidalkrankheit, we-ittsie n.'gen nicht zu hebender Ursachen unheilbar, oderdurch die lange Dauer nothwendig geworden ist, und dieHemmung des Abgangs Hautausschlage hervorbringt,die zuweilen sehr hartnackig werden, und mannigfaltigeFcrmen annehmen können. Gewöhnlich entstehen sie inder Gegend des Perineum und Skrotum; doch breitensie stch oft über den ganzen Körper aus. Hier ist daseinzige Mitte! die Verminderung der örtlichen Vollblü-tigkeit des Unterleibs, durch Schwefel, aufissende Ex-trakte. ki.d wenn dieß nicht hinreichend ist, die Wieder-