Druckschrift 
2 (1803) Spezielle Therapeutik
Entstehung
Seite
4
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Dieser materielle Fehler, der der Erscheinung zunächst zumGrunde liegt, ist von mannigfaltiger Beschaffenheit. Bey man-chen Hautkrankheiten hat er offenbar den Charakter der Ent-zündung (z. B. bey den Blattern, Masern, Scharlach), xn!»kann so gut wie eine Entzündung, in alle Ausgänge der Ent-zündung, Zerthrilung, Verhärtung, Brand, übergehen. Beymanchen besteht er in einem Extravasst unter dr'r Oberhautsz. B. den Petechien); bey manchen in einer MaUenaiion derHautabsonderung; bey manchen in einer wahren Degenerationder Hautplastik, wodurch ganz neue anomalische Produkte, Aus-wüchse , Warzen, Krusten, Hörner lc. entstehen.

Diese Desorganisation kann zuweilen nur superfi«ziell und vorübergehend, zuweilen aber lief eingreifendund permanent seyn; daher die Verschiedenheit der flüchttigen und der lange dauernden oft unheilbaren Haut--krankheiren.

Die ^benskraft kann sich dabey sowohl in einemerhöheten als verminderten Zustand der Thätigkeit be-finden ; woraus erhellt, daß daS Wesen oder die näch-ste Ursache dieser Krankheiten weder Sthenie noch Asthe«nie ist, weil sonst immer nur einer von diesen beydenZustanden vorhanden seyn müßte.

Die entfernten Ursachen können sowohl innere Ver<-änderungen des Organismus als äußere Einwirkungenseyn. Sie lassen sich am besten unter den zwey Haupt»beziehungen aller organischen Wirkungen, dem quanti»»atkven oder dynamischen, und dem qualitativen oderchemisch-mechanischen Verhältniß, betrachten.

Ueber diese Verschiedenheit und ihren Begriff s. meine Patho-grnie und mein System der prakt. Heilk. 1. Band. Nichtals wenn einige Dinge blos »ach den Gesetzen des ReiKverhält-nifes ohne Veränderung der Materie, andere hingegen blosdurch Veränderung der Materie und nicht ais Reibe wirkten;sondern jede Potenz, jeder Eindruck wirkt immer beydes zu-gleich, aber wir bemerken bey manche« so eigenthümliche undin die Sinne fallende Veränderungen deS chemischen Zustande!der vrganischen Materie, daß wir genöthigt sind, sie abzuson-dern, und als qualitative, oder wenn man lieber will spezifi-sche, Fehler zu betrachten. Für den Praktiker ist diese Ansichtder Dinge unentbehrlich, da sie eine eigene Hciliingsindikalionbegründ, t, und viele Heilmittel dieser Uebel auch offenbar che-misch in den Organismus und gegen die Krankheit wirken,z. B. der Merkur be? der venerischen DyZkrasi,.