an. Darum ist im Scorbut, wie im Faulsiebcr, der trübeUrin zugleich äußerst stinkend.
Einen eigenen, süßlichen, molkenartigen Geruch hat derUrin, wenn viel Zuckersioff und Sauerkleesäure in demselbenbefindlich ist. Dieß ist der Fall in der molkigen Harnruhr,wo der Urin eine Menge zuckerhaltigen Eitracts gibt.
Endlich muß auch die Menge des Urins in Anschlagkommen, wenn wir ihn als Zeichen benutzen wollen. Ei-ne der Menge des genossenen Getränks angemessene Quan-tität Urin ist in Krankheiten, wie im gesunden Zustande,meyrencheils ein gutes Zeichen, besonders wenn eine Zeit»lang der Urin sparsamer geflossen ist.«004.
Der sparsame Abgang des Urins findet durchgehendsStatt, wo eine Krankheit bevorsteht. Er pflegt in den ge-wöhnlichen Fällen eines ansangenden Katarrhes und Rheu-matismus nur in geringer Menge zu fließen und trübe zuseyn. Auch bey starken Bewegungen und Congestionen nachandern Organen ist die geringe Menge des Urins gewöhnlich,
Nach überstauocnen Krankheiten ist er aber ein üblesZeichen, weil er mehrentheils mangelhafte Entscheidungenanzeigt; und man kann in solchen Fällen leicht Nachkrank-heiten, oder R?cidive fürchten. So pflegt nach überstai^denem Scharlachfieber leicht eine allgemeine Wassersucht zufolgen, wenn der Urin bey dem Genesenden sehr sparsamfließt. Eben das gilt von dem sparsamen Abfiuße des Urinsnach Brustentzündungen, welcher meistens den Uebergangderselben in Brustwafsersuchten andeutet.
Von der eigentlichen Verhärtung des Harns ist aneinem andern Orte (Handb. der Pathol. Th. III. §. Zv4— 3^,F.) geredet worden.