Druckschrift 
Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
295
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

----- »95

yft die angenehmsten Sachen einen widrigen Geruch erre-gen, wo sie besonders beständig üble Gerüche empfinden.Meistens leidet das Nervensystem, daher in der Wasserscheudieser Zufall sehr gewöhnlich ist, und in hitzigen Fieber» pflegtdieser Zufall, mit den Täuschungen anderer Empfindungenverbunden, ein Verbothe des Wahnsinns zu seyn.

Doch gibt es im chronischen Zustande Fälle, wo dieseüble Gerüche, über die sich die Patienten beschweren, ihrenreellen Grund in Geschwüren der Nasenhohlen haben.

u. Mangel des Geruchs.

8»2.

Ein gänzlicher Mangel an Geruch kann seinen Grund inortlichen Fehlern der Geruchswerkzeuge haben, oder es lei«det der Nerve an Unterdrückung oder Erschöpfung seinerThätigkeit.

Jenes ist der Fall bey Geschwülsten der Riechhaut, vonkatarrhalischen Ursachen, bey Geschwüren der Nasenhöhlen,bey Polypen und andern Gewächsen in denselben.

Unterdrückung der Nervenkraft «erden wir dann anzu-nehmen haben, wenn bey einem heftigen Andränge des Blu-tes und der Säfte, oder bey heftigen Krämpsen dieser Man-gel an Geruch entsteht. Es geht nähmlich dieser Fehlervor deM Ausbruche der Schlagfiüsse und der krampfhaftenAnfälle bisweilen her.

Erschöpfung der Nervenkrast wird den Mangel an Ge-ruch in schweren Krankheiten erzeugen, wenn schwächendeUrsachen vorausgegangen find. Man bemerkt, daß die be-vorstehende Lähmung des gemeinschaftlichen Empfindungs-werkzeuges in hitzigen Krankheiten sich am ehesten durcheinen gänzlichen Mangel des Geruchs zu erkennen gibt.