Druckschrift 
Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
220
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

erfolgt. Empfindliche Personen müssen heftig niesen,wenn sie sehr hungrig sind. Ich fühle, so oft mich a.ifbotanischen Spaziergängen der Hunger überfällt, einenheftigen Reih im Magen: darauf läuft ein kribelndes,kitzelndes Gefühl den Rückgrat hinauf: plötzlich ergreiftes den Gaumen und die Nasenhöhlen, und ich muß hef-tig niesen. Unläugbar ist hier der Intercosialnerve derLeiter des Gefühls: er pfianzt die Empfindung des Rcitzcc-von seinem Hauplgesiechte bis auf seinen Ursprung, undvon da auf den Vidi'schen Nerven fort.

Daraus ist auch erklärbar, warum der Hustenmit de.m Niesen abwechselt, warum besonders die An-fälle des Keichhustens durch das entstandene Nieftn oftabgekürzt, warum der Schlucksen durch das Niesen ge-hoben wird. In dem letztern Fall ists der phrenische Ner-ve , der, aus den Cervikalknoten entsprungen, durch die-selben den Ursprung des Intercostal-und den da,.nt zu-sammenhangenden Vidi'schen Nerven afficirt. Im er-ster« Fall pfianzt das Lungengefiechte auf gleiche Weiseden Eindruck fort.

Abdominalreitze aller Art erzeugen das Niesen. VonWürmern hat man es als einen gewöhnliche» Zufall an-gesehen; aber auch Stockungen im Unterleib«, Anhäufungdes Blutes in den Gefäßen der Eingeweide verursache»!diese conuulsivische Erscheinung sehr oft. Daher kommts,daß die VerHaltung des Monathlichen mit häufigem Nie-sen verbunden ist, ja, daß sie eben dadurch gehoben werdenkann- Daher haben gichtische Personen vom häusigen Nie-sen bisweilen Erleichterung zu erwarten, weil der Umtriebder Säfte beschleunigt und die Thätigkeit der erschlaff-ten Eingeweide des Unterleibes erregt wird.