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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
208
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kann man sich in der Semiotikmit dc. allgemeinen Bemerkungbegnügen, daß das natürliche Athmen allezeit ruhig, gleichmaßig, ohne Beschwerde und ohne'Geräusch vollbracht wer-den muß, und daß jede widernatürliche Art des Athmens be-schwerlich ist.

Man wird also auch in Krankheiten gegründete Schlüsseoufdie Fortdauer und auf die Verschlimmerung des Übels ma-chen könne«/ wenndasAthmen beschwerlicher wird. Dage^gen kann man aus einen guten Ausgang gewöhnlich rechnen,wenn mit den übrigen guten Zeichen ein ruhiges, gleichmäßi-ges Athmen ohne Beschwerde sich einfindet.566.

In hitzigen Krankheiten wird das Athmen beschwerlich,häusig, heiß und kurz, wenn ein zu schleuniger Umtrieb desBlutes durch die Lungen Stattfindet, wenn also zu viel ir-respirable Sto^e aus dem Blute ausgeschieden und der Ersatzaus der Atmosphäre zu oft nothwendig wird. Dieser Fall trittbesonders während der heftigen Fieberhitze ein, und daherkann man diese oft daraus erkennen, wenusic sich auch in derOberfläche nicht deutlich genug verräth.F67.

Istdas beschwerliche, häusige, heiße und kurze Athmenzugleich schmerzhast, so leiden in hitzigen Krankheiten dieWerkzeuge des Athmens gewöhnlich an Entzündung. Hatder Schmerz mehr in der Oberfläche seinen Sitz, verstärkt ersich selbst bey der Berührung, zieht er auch wohl hin und her ;so ist die Entzündung von rheumatischem Charakter, und hatin den ZwischenmuöMn d^r Rippen ihren Sitz. Schmerzt dasInnere der Brusthöhle, und verstärkt sich der Schmerz beyjedem Ein-und Ausathmen, so leiden die Lungen oder dasBrustfell. Verstärkt er sich bloß beym tiefen Cinathmen, undHaler zugleich seinen Sitz mehr im rechten Hypochondrium,so leidet die teberanbntnmdung.