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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
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200
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VII. Ungleichheit dts Pulses,64«.

Im völlig natürlichen Zustande smd die Pulsschläge sichgleich an Zahl, Große, Stärke und Weichheit. Geringe Ab»weichungen kommen indessen nicht selten auch im natürlichenZustande vor. Es gibt nicht allein Leute, die, ohne krankzu seyn, einen beständig ungleichen und unregelmäßigen Pulshaben; fondern es erzeugt auch bey manchen Menschen jederheftige Affect, jedes Übermaß in Speisen und hitzigen Ge-tränken, jeder anderweitige starke Reih eine auffallende Un-gleichheit dts Pulses. Diese gehet leicht vorüber, sobald derReiß zu wirken aufgehört hat.

64,.

Man begreift leicht, daß der Grund dieser Ungleichheitdes Pulses in einer ungleichen Anstrengung der Action desHerzens und der Arterien liegen müsse , und daß durch alles,was die Reihbarkeitdes Gefäßsystems zuseht erhöht, dieseUngleichheit hervorgebracht werden könne. Aber auch jedesbeträchtliche Hinderniß des Kreislaufes, bestehe es nun inKrämpfen oder in Vcrknöcherungen derArterien, oder in Sto.ckungen, verändert den Rhythmus des Pulses und macht ihnungleich.

Z42.

Bey jeder starken Anlage zu einer Krankheit findet sicheine Ungleichheit des Pulses als Verbothe der Krankheit, be-sonders wenn es eine hitzige ist. In hitzigen Krankheitenpflegt jede beträchtliche Häufigkeit des Pulses auch mit Un-gleichheit verbunden zu seyn. Jede merkliche Veränderungdes Ganges der Krankheit, bevorstehende Entscheidungenund Umwandlungen derselben wirken auf den Puls/ und er-zeugen eine auffallende Ungleichheit.