Druckschrift 
Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
170
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

»7« ------

sich die Geschwulst bis in die Bedeckungen des mannlichenGliedes und bis in die Leistengegend verbreitet.

Diese Massergeschwulst des Hodensacks ist bisweilen inhitzigen Krankheiten kritisch, vorzüglich in der katarrhali-schen Bräune, bey welcher die Ohrendrüsen am meistenangegriffen sind. Auch hat man sie nach iiberstandenenHerbstruhren, die einen rheumatischen Charakter hatten,gleich andern Geschwülsten, beobachtet, so wie sie auch beyKindern mit Geschwülsten der Leistendrüsen vorkommt, undoft bald vorübergeht, wenn man diese Geschwülste zertheilt.Auch ist sie ein Symptom der Brustwassersucht und der

Wassersucht des Herzbeutels.

462.

Bisweilen ist diese allgemeine Wassergeschwulst desHodcnsacks mit einem Darmbruche verwickelt, wo denn dieFeuchtigkeit aus den erschlafften Gefäßen des Bauchfellsausschwitzt. Man kann in diesem Falle die Geschwulst durchden Vauchring ausleeren, und in horizontaler Lage den vor-gefallenen Darm ziemlich deutlich neben dem Samen-strange fühlen. Auch örtliche Verletzungen, Quetschungenund Operationen des Wasserbruchs der Scheidenhaut gebenzu einer solchen allgemeinen Wasscrgeschwulst Gelegenheit.4b3.

Hat die Wasseransammlung in der Scheidenhaut derHoden ihren Sitz, so fühlt man im Anfange die Hodenselbst noch ganz deutlich hinter der Geschwulst, die kaltund schwappend ist, und sich unten beutelförmig erweitert,auch ein dahinter gehaltenes Licht meistentheils durchschim-mern laßt. Auch den Samenstrang wird man im An-fange deutlich fühlen, aber die Geschwulst nach oben garnicht ausdrücken können, da die Höhle der Scheidenhautüberall geschloßen ist. Die einzige Ausnahme, welche hier-