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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
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168
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454.

Eine allgemein erhöhte Reihbarlcit des Körpers istendlich nicht selten bey dieser bleibenden Steifigkeit derRuthe zu beschuldigen, wenn sie besonders in hitzigen Krank-heilen vorkommt. Die heftigsten und gefährlichsten Kram-pst stehen alsdann bevor, oder sind schon gegenwärtig: jaman findet oft bey der äußerstenSchwäche, als Vorbothen desTodes, noch diese widernatürliche Steifigkeit der Ruthe.455.Auch in chronischen Nervenkrankheiten ist diese Steifig-keit der Ruthe als ein heftiger Krampfzu betrachten. Epilep,tische, melancholische und hypochondrische Personen habenin Anfällen dieser Krankheit oft eine solche heftige Ausrich,tung des männlichen Gliedes, daß Ergießungen des Sa-mens daraus erfolgen, wodurch, wie leicht zu begreisen,der Korper außerordentlich geschwächt werde« muß. In denAnfallen der Hundswuth gehört dieser Zufall mit zu denfürchterlichsten, weil er unmittelbar in tödtliche Ohnmach-ten überzugehen pflegt.

455.Wenn wir auf den Habitus dc» Hodensacks und derHoden Rücksicht nehmen, so fällt uns dabey zuvörderst dieVerschiedenheit in der runzligen, zusammengezogenen, oderin der schlaffen und hängenden Beschaffenheit desselben auf.Eine mäßige Zusammenziehung und Nunzligkeit des Hoden-sacks ist gewöhnlich mit einer Anziehung der Hoden an denBauchring verbunden, weil die Dartos oder Fleifchyaut mitden Hcbemuskeln der Hoden genau zusammenhängt. Aufd'ese Art zusammengezogen ist der Hodensack bey einem je-den gesunden, gehörig starken Menschen, so oft irgend einReiß aus die Fleischhaut wirkt.457.Aber widernatürlich runzlig bemerkt man den Sack, und