besonders von den Blattern. 71
gantzen menschlichen Geschlechte für sehr heilsamhalte, wenn man solches nur öffters verrichtete.Denn ich bin der Meynung, daß wir diese Unreinig-keitaMMutter.Leibe mitbringen, welche hernachzu gewisser Zeit fast bey allen Menschen in eine Hitzeoder Iährunq geräth, und dadurch heraus will. Jeeher nun dieses in der Kindheit und Jugend geschie-het , desto leichter kommen die Leute davon. Jelänger aber diese schlimme Materie im Geblüts blei-bet , je schlimmer und gefährlicher wird sie meistens.Daher Erwachsene fast allzeit mehrerer Gefahrals Rinder dabey unterworffen sind, und gar oftunterliegen müssen. Wenn man also die gutartigenPocken einpfropfet, und solches in der Jugend mitguter Vorbereitung desCörpers geschiehet,also daßder Gifft auf eine gelinde Art ausbrausen könne; sozweifle ich nicht.daß man viele vornehmeKindcr undPrintzen nicht nur aus der Gefahr des Todes erret-ten, sondern auch zugleich von andern gefahrlichenZufallen, welche die bösartigen Pocken sonst beglei-ten, befreyen könne, besonders daß sie Gesicht undAugen unverletzt behalten, welche Zar oft bey denenBlattern, die von selbsten kommen, sehr viel leiden,ja manche büssen oft gar, zu ihrem grossen Leidwe-sen , das Gesichte darüber ein.
Es wird zwar von furchtsamen Leuten undAertztenverschiedenes darwieder eingewendet, wel-ches aber nicht zu achten, dadcssenNutzen bereitsdurch häusige Exempel in der Türckey, Engellandund in Teutschland zu Hannover, Anspach, Pur-mont :c. bestätiget worden, wie solches aber
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