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Versuch über den Character des großen Arztes, oder kritische Lebensbeschreibung Herrn D. Herrmann Boerhaves : nebst einem Verzeichnisse der Boerhavischen Schriften
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hielten. Es war billig, daß derjenige, derwegen seiner Aufmerksamkeit zu beobach-ten, und seiner Redlichkeit zu handeln, ineiner so großen Ähnlichkeit mit dem Für-sten der Äerzte stund, auch durch den Um-fang seines Ruhms und seiner Briefwech-se/ eii,e gleich kennbare Gleichheit mit ihmhatte.

Gleichwohl und vermöge eines Wi-derspruchs des menschlichen Geistes, ge-reichet auch dieser Zulauf von verschiede-nen Personen und Nationen zum Nach-theile. Da man sich schämt, daß man et-was zu bewundern verbunden ist, so suchetman sich deswegen durch die Tadelsuchtschadlos zu halten. Was, saget man, soll-te es wohl möglich seyn, daß die-praris dieses Arztes so wundersamwar? Waren denn seine -Hülfsmircclabsonderlich? ward man denn gesund,wenn man ihn nur sich? Er mag so ge-schickt gewesen seyn, als man nur im-mer will, so müsjcn doch die Menge sei-ner andern Geschäfte, die AnzaA derKranken, die wenige Zeit so er ihnenwidmete, seine Praxis so seichte, als un-überlegt gemacht haben, wenn man ei-ner Rrankheic in ihrerDauer nicht fol-gen kann,wie kann man sich,sie zu heben,schmeicheln? Dieß ist der Einwurf, ichhabe ihn nicht verheelen wollen, und würde

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