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1 (1884)
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263
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Atropa L., Tollkirsche.

(Pentandria Monogynia L.)

Kelch bleibend, ötheilig, Korolle glockig mit kurzer Röhre, Saum51appig, zurückgerollt. Antherea 5, gekrümmt, am Grunde zottig, Beere^fächerig, vom Kelche getragen.

Atropa 1 ) belladonna 2 ) !>

Tollkirsclie,

Belladonna, Saukraut, Schafkraut, Teufelsbeere, Teufelskirsehe, Toll-beere, gemeine Tollkirsche, Tollkraut, Waldnachtschatten, gemeineWolfskirsehe, Wuthbeere, "Wuthkirsche, Schwindelbeere.

Die Tollkirsche wird 95 bis 190 cm hoch und theilt sich nach oben inviele ausgebreitete Aeste mit eiförmigen ganzrandigen Blättern. Die Blüthenglockenförmig, rothbraun, von einem öspaltigen grünen Kelche umgeben, welcherauch an der Frucht noch sitzen bleibt. Die Frucht ist eine Anfangs röthlich-braune, zur Zeit der völligen Reife aber glänzend-schwarze oder schwarzblaueBeere, die durch ihr schönes Ansehen und ihre Aehnlichkeit mit einer Kirsche,von der sie aber doch durch den daran sitzenden Kelch deutlich unterschieden ist,besonders Kinder leicht zum Genüsse anlocken kann; sie hat keinen Geruch, abereinen süsslichen, etwas ekelhaften Geschmack.

Vorkommen. Mittel- und Südeuropa, Kleinasien und Süd-Amerika (Argeut.Republik) in Berggegenden, auf waldigen Höhen.

Officinell. 1) Folia Belladonnae, Tollkirschenblätter. Die zurBlüthezeit gesammelten und getrockneten Blätter. Ovale, in den Blattstiel sich ver-schmälernde völlig ganzrandige. spitze, auf der oberen Fläche dunkelgrüne Blätter;die jüngeren Blätter sind weichhaarig, die älteren nur an den Nerven etwas weich-haarig ; sie haben frisch einen schwachen narkotischen Geruch und einen bitterlichenunangenehmen Geschmack. Die Pharmaeop. germanica fügt hier ausdrücklich hinzu:Sie sind von der in den mittleren und in den südlichen Gebirgen Europa's wildwachsenden Staude, wenn sie in den Sommermonaten blüht, zu sammeln undmüssen schnell getrocknet, wo sie dann von dunkelgrüner Farbe sind, in gut ver-schlossenen Gefässen aufbewahrt werden. Das Pulver werde sofort aus den frischgetrockneten Tollkirschenblättern bereitet und in einem gut verschlossenen Ge-fässe an einem dunkeln Orte aufbewahrt.

1) Von ATOOTTOS' (eine der drei Parzen) von tt (nicht) und Tg£7T£lV (wenden), weil nachder Vorstellung der Alten in ihrer Haud das unabwen dbare Geschick der Menschen lag.

») Aus dem Italienischen bella (schön) und donna (Fran), weil man sich in Italien des rothenSaftes der Früchte dieser Pflanze zum Schminken bediente.

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