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Der aufrichtige Materialist und Specerey-Händler : oder Haupt- und allgemeine Beschreibung derer Specereyen und Materialien, worinnen in dreyen Classen, der Kräuter, Thiere und Materialien, alles und jedes, womit die Physica, Chymia, Pharmacia und andere hoch-nützliche Künste pflegen umzugehen, begriffen und enthalten ist
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625-626
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Hauptbeschreibu ng zweyter Theil.

ren lassen. Man Met von vier biszuzwölffKlaffterntieff, auf solchenBancken, darauf sich zuweilen gegendritthalb hundert Barquell befinden.Auf den meisten ist nur ein Taucher/auf den grösten aber sind ihrer zwey.

Diese Barqven fahren alle Tage vorder Sonnen Aufgang vom Strandeab,mit einemLandwinde, der niemahlsmangelt, und bis um zehen Uhr vormit-tags anhält. Nachmittage kehren siewieder mit einer Seeluft zurücke, wel-che auf den Landwind folget, und un-fehlbar allezeit gegen eilffooer zwölffUhr entstehet, jdbald nur der andereaufhöret. DieBäncke, darauf siefischen, liegen fünffooer sechs Meilenin der See, und wenn sie draufsind,soverfahren, sie auf folgende Weise mitdem fiscM.

Sie binden den Tauchern einenStrick unter die Arme, welchen dieje-nige«/ die im Schiffe verbleiben, beydem einen Ende vest halten. Jene ha-ben einen grossen Stein von achtzehnbis zu zwantzig Pfund an der grossenZähe hencken, welchen die im Schissegleichergestalt halten. So Hat der Tau-cher auch ein Netz, als wie einen Sack/so obenher an einen Reiffenveste gem -cherist/ damit es stets ossen verbleibe/und dieses ist gleichergestalt angebun-den. Alsdann senckt er sich in die See,machet den Stein, durch dessen Schwe-re er gar bald auf den Grund gelanget,geschwinde los/ und die in der Barqueziehen ihn wiederum hinauf. So lan-ge der Taucher den Athem halten tan,thut er Austern in das Netze: wenn eraber vermcrcket, daß es nicht länger gutthun will, so ziehet er an dem Stricke,der ihm unter die Arme gebunden ist,zum Zeichen, daß sie ihn wiederum Her-aufziehen sollen,welches dan von denenin der Barque aufs behendeste verrich-tet wird. Die von Manaar sind ge-schickter zu dieser Fischerey, als die Fi-scher von Bahren und Catifa, denn sieklemmen die Nase nicht ein, stecken auchkeine Baumwolle in die Ohren, damitdas Wasser nicht hinein tringen könne,als wie die im Persischen Seebusemthun.

Nachdem sie denTaucher wieder insSchiff genommen, ziehen sie auch das

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Netz mit den Muscheln herauf: indeflsen verlaufft ohngefehr eine Vimheil-stunde/ bis sie die Austern heraus ge-nommen haben, und der Taucher wie-der zu Athem gekommen, alsdann keh-ret er abermahls nach dem Grunde derSee, wie zuvor, und treibet dieses inzehen oderZwölff Stunden etliche mahl/darnach kehrt er wieder zu Lande. Die-jenigen nun, welche Geld benöthigtsind, verkauffen alsofort, was sie ge-fischet : die aber noch zu leben haben, be-halten ihre Austern, bis die Äscherenein Ende hat, lind lassen sie uneröffnecliegen, denn wenn sie anheben zu ver-derben, thun sie sich selbst auf. Es giebtSchalen drunter, die wohl viermahlso groß sind als unsre Austerschalen zuRouan: das Fleisch aber, welches, wiegedacht, garstig und ungeschmack, wirdweggcworssen und nicht gegessen.

Zum Beschluß dieser Erzehlung die-net zu mercken, daß die Perlen ingantzEuropa nach dem R.arat verkauffetwerden. Diß ist ein Gewichte von vierGran, als wie das Diamantgewichte.In Persien aber wiegt man sie mitAbas/ welches ein Achttheil wenigerist als ein Karat. In Indien/bevor-aus in den Ländern desGrossenMo-gols/und derKönige vonGolcondaundVlsapour werden sie mit R.ansausgewogen,so gleicher gestalt ein Acht-theil weniger ist denn ein Karat.

Goa war ehemahls der Platz, wo-selbst die gröste Handlung im gantzenAsien getrieben wurde, was anlangetdie Diamanten, Rubinen, Sapphiren,Topasen und andere Edelgesteine. AlleGräber und Kaussleute kamen dahin,daß sie daselbst verkauffen möchten/was sie schönes aus den Gruben mitge-bracht , dieweil sie an selbigem Orte alleFreyheit zu handeln hatten; dahinge-gen musten sie in ihrem Lande den Köni-gen und Fürsten alles, was sie ihnen ge-zeiget, um einen selbst beliebigen Preißüberlassen. So war auch der gröstePerlenhandel zu Goa, so wohl mit de-nen, die aus der Insel Bahren unddem persischen Seebustn gekommen,als auch/ welche in der Enge bey Ma-naar/ auf der Küste von Ceylon ge-fischet,oder auch aus America gebrachtworden. Man muß demnach wissen,Rr daß